Fußball - Europa League 2017/2018: GP  4. Spieltag
02.11.2017
Gruppe H:

 

1. FC Köln  : FC BATE Borissow : =  5  :  2

Erster Europapokalsieg seit 25 Jahren: 1.FC Köln siegt mit 5:2 gegen Bate Borissow
von Joachim Schmidt

Köln -
Mit einer kampfstarken Leistung in der zweiten Halbzeit hat sich der 1. FC Köln belohnt und seinen ersten Erfolg in der Europa League gefeiert. Nach einem 1:2-Pausenrückstand gegen Weißrusslands
Meister Bate Borissow gewannen die Gastgeber aufgrund der enormen Steigerung verdient mit 5:2. Ein Wermutstropfen war allerdings das verletzungsbedingte Ausscheiden von Mittelstürmer Sehrou Guirassy.
"Es war wichtig, dass wir das Spiel gedreht haben. Damit haben wir uns endlich einmal für den Aufwand, den wir betreiben, belohnt. Es hat Spaß gemacht, und fünf Tore sind schon eine Hausnummer", war
Verteidiger Dominique Heintz erleichtert und erfreut.
Fans haben kein Verständnis
Mit einem Transparent ("Vorstand: Unsere Zeichen kosten keine Millionen") drückten Fans auf der Südtribüne in der ersten Halbzeit ihr Unverständnis bezüglich der Abfindung aus, die der ausgeschiedene
Sportchef Jörg Schmadtke erhält. So wurde bekannt, dass er eineinhalb Jahresgehälter bekommt, wenn er bis zum Sommer 2018 kein neues Arbeitsverhältnis eingeht. Sein Jahressalär soll seit seiner
Vertragsverlängerung im vergangenen April rund zwei Millionen Euro betragen haben.
Das Bekanntwerden dieser Interna sorgte vor dem Spiel für einige Aufregung im Club. Der Mannschaft war dies zunächst allerdings nicht anzumerken. Zwar musste Timo Horn bei einem abgefälschten Schuss
von Mirko Ivanic (6.) sein Können zeigen, dann aber marschierte der FC.
Zoller richtig stark
Einen Torabschluss von Sehrou Guirassy (7.) parierte Torwart Denis Scherbitski toll, dann wurde ein Schuss des Franzosen (10.) im letzten Moment geblockt. Richtig stark machte es Simon Zoller in der nächsten
Angriffsszene: Nach einem Steilpass von Salih Özcan setzte er sich gegen zwei Gegner durch, drang in den Strafraum ein und traf aus 14 Metern zur Führung (16.).
Dieses für die Kölner in dieser Spielzeit so seltene Gefühl hätte ihnen Rückhalt geben müssen. Doch davon war nichts zu spüren. Der weißrussische Meister übernahm mehr und mehr das Kommando, drängte
die Gastgeber in die Defensive. Und dort zeigte das Tabellenschlusslicht der Bundesliga ungewohnte Schwächen.
Zwei Gegentreffer in 100 Sekunden
Die Folge waren zwei Gegentreffer innerhalb von etwa 100 Sekunden. Beide wurden von der linken Kölner Abwehrseite vorbereitet. Im ersten Fall war es ein von Dominique Heintz verschuldeter Freistoß,
den Aleksei Rios, Schütze des 1:0-Hinspielsiegtores, in den Kölner Strafraum schlug. Vom Elfmeterpunkt setzte Nemanja Milunovic den Ball volley in die Maschen.
Spektakulär war der Führungstreffer der Gäste, erneut vom Elfmeterpunkt erzielt. Von dort versenkte Mittelstürmer Nikolai Signevich den Ball per Fallrückzieher. Eine Antwort blieben die Hausherren bis
zur Pause schuldig.
Höhnischer Applaus für Clemens
Nach der Pause kam Yuya Osako für den unglücklich agierenden Christian Clemens, der dennoch nicht mit höhnischem Applaus hätte verabschiedet werden müssen. Der Wechsel machte sich schnell bezahlt.
Denn in der 54. Minute traf der Japaner zum 2:2. Keine zehn Minuten später war die Partie wieder zugunsten der Kölner gedreht. Denn nach einem Foul an Leonardo Bittencourt an der linken Strafraumgrenze
hämmerte Sehrou Guirassy den Ball ins entgegengesetzte Toreck (63.). Nur fünf Minuten später schied er jedoch mit einer Verletzung im rechten hinteren Oberschenkel aus.
Gegen die in der Endphase offener stehenden Gäste boten sich dem FC Konterchancen. Eine davon nutzte Yuya Osako, der eine Bittencourt-Hereingabe aus drei Metern zum 4:2 (82.) eindrückte.
Milos Jojic (90.) setzte den Schlusspunkt.

Köln: T.Horn; Sörensen, Maroh, Heintz, Rausch; Lehmann, Özcan; Clemens (46. Osako), Bittencourt; Zoller (83. Olkowski), Guirassy (69. Jojic).
Borissow: Scherbitski; Rios, Gaiduchik (82. Tuominen), Milunovic, Polyakov; A.Volodko (70. Rodionov), Dragun; Gordeichuk (60. M.Volodko), Ivanic, Stasevich; Signevich.
Tore: 1:0 Zoller (16.), 1:1 Milinovic (31.), 1:2 Signevich (33.), 2:2 Osako (54.), 3:2 Guirassy (63.), 4:2 Osako (82.), 5:2 Jojic (90.).
SR: Stavrev (Mazedonien).
Zuschauer: 45.200.
Gelb: Sörensen, Maroh - Gaiduchik, Milunovic, Signevich, Stasevich.

Einzelkritik:
Timo Horn: Verhinderte das 0:1 (2.), dann zweimal absolut machtlos, dann zweimal grandios (66.). Note: 2.
Frederik Sörensen: Wackliger Abend für den Dänen. Viele Fehler, wenig Brauchbares. Note: 4-.
Dominic Maroh: Gut dass sein Knöchel wieder mitmachte. Solide. Note: 3.
Dominique Heintz: Vor dem 1:2 zu passiv. Nicht immer in der Position, aber tolle Offensivaktion (78.). Note: 4+.
Konstantin Rausch: Kein guter Standard, keine gute Flanke. Insgesamt kein gutes Spiel, auch defensiv nicht. Note: 5.
Salih Özcan: Erst zweikampfstarker Herrscher im Zentrum und Torvorbereiter, dann ab- und später wieder aufgetaucht. Note: 3+.
Matthias Lehmann: Ein paar gute Grätschen, einige sinnlose Pässe zu viel. Warf alles rein. Note: 4.
Christian Clemens: Wo hat die Nummer 17 bloß seinen Mut und sein Selbstvertrauen verloren? Zur Pause erlöst. Note: 5-.
Leonardo Bittencourt: Taute nach unglücklichen 45 Minuten auf. Starke zweite Hälfte. Note: 3+.
Simon Zoller: Wunderbares 1:0, aber oft zu umständlich. Note: 3.
Sehrou Guirassy: Bester Kölner. Verlor kaum einen Ball, herrliches Freistoßtor. Irgendwie klar, dass er sich verletzte. Note: 1-.
Yuya Osako: Feine Technik, toller Schuss zum 2:2. Belebte das Spiel und entschied es mit dem 4:2. Note: 2.
Milos Jojic: Ein Aktivposten nach seiner Einwechselung. Note: 3.

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 03.11.2017)

Ergebnisse:

Gruppe H
Tag Datum Begegnung Ergebnis  
Donnerstag 02.11.2017, 21:05 Uhr 1. FC Köln : FC BATE Borissow 5:2 (1:2) Statistik
FC Arsenal : Roter Stern Belgrad 0:0 (0:0) Statistik

Spielstand:

R Verein Sp S U N Tore TD P Quali
1 FC Arsenal 4 3 1 0 8:3 +5 10 ZR
2 Roter Stern Belgrad 4 1 2 1 2:2 +0 5 ZR
3 FC BATE Borissow 4 1 1 2 6:10 -4 4  
4 1. FC Köln 4 1 0 3 6:7 -1 3