33. Spieltag
13.05.2017
Bayer Leverkusen  :  1. FC Köln  =   2  :  2

Rhein-Derby: 1. FC Köln freut sich über „glücklichen Punkt“ und Endspiel um Europa

Privates Duell: Timo Horn (l.) und Stefan Kießling
Privates Duell: Timo Horn (l.) und Stefan Kießling   (Foto: dpa)

Leverkusen -

 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen trennen sich 2:2.

Das Wichtigste zuerst
Bayer 04 Leverkusen und der 1. FC Köln lieferten sich am Samstagmittag ein packendes Fußballspiel, das man einem Menschen, der noch nie etwas von dieser Disziplin gehört
und gesehen hat, als Werbung für die Sportart vorführen könnte. Von der ersten bis zur letzten Minute war eine Energie in dieser Veranstaltung, die sich im Resultat von 2:2 nicht
einmal standesgemäß niederschlug. Für beide Klubs war das Resultat dienlich. Bayer 04 ist damit de facto gerettet und kann nicht mehr auf den Relegationsplatz 16 abrutschen.
Der 1. FC Köln hat ein echtes Endspiel um die Teilnahme am Europapokal. Ein Sieg gegen Mainz 05 würde für Platz sechs genügen, wenn der SC Freiburg beim FC Bayern München
nicht gewinnt.
Die Tore
Das 0:1 in der 14. Minute war ein echter Überraschungsmoment. Bayer 04 hatte stürmisch begonnen und hätte durch Stefan Kießling schon in Führung gegangen sein müssen,
aber Timo Horn hatte seinem Klub durch zwei fantastische Reflexe das 0:0 bewahrt. Dann erreichte ein präziser Ball über das halbe Feld, gespielt von Frederic Sörensen, den
Kollegen Dominique Heintz, der die linke Seite hinunter gesprintet war. Dessen Flanke wurde nur unzureichend abgewehrt, zentral vor dem Tor kam Milos Jojic aus 18 Metern zum
Abschluss, sein Ball wurde von Tin Jedvaj unhaltbar für Torhüter Bend Leno abgefälscht.
Das 0:2 in der 49. Minute entsprang einer Energieleistung des 20-jährigen Lukas Klünter, der sich an der Mittellinie den Ball schnappte und einfach durch drei deppert verteidigende
Leverkusener hindurch lief. Aus rund 10 Metern schoss er unbedrängt aufs Tor, wo Bernd Leno beim Abwehrversuch eine eher unglückliche Figur machte. Der Ball streifte sein
Standbein und landete im Tor.
Das 1:2 in der 60. Minute wurde vorbereitet von Julian Brandt, dessen Flanke auf Stefan Kießlings Kopf landete. Und im x-ten Anlauf überwand der Altmeister den Kölner Torhüter Timo Horn.
Das 2:2 in der 71. Minute fiel nach dem Muster des Anschlusstreffers. Diesmal war Kai Havertz der Vorlagengeber, mit Adlerauge und feinem linken Fuß schickte er den Ball auf die Reise
auf den Kopf des zweieinhalb Minuten zuvor eingewechselten Finnen Joel Pohjanpalo, der kühl einnickte. Wieder war der famose Horn chancenlos.
Das 3:2 fiel dann trotz Leverkusener Überlegenheit nicht mehr, unter anderem deshalb, weil der kurz vor Schluss eingewechselte Leon Bailey einen fulminanten Direktschuss aus 20 Meter
an den Pfosten jagte.

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Köln
Vielleicht sollte jedes Derby ein solches Ende haben. Denn am Samstagnachmittag gegen 17.20 Uhr stand ja nicht einfach nur ein spektakuläres 2:2.
Sondern eines, das alle glücklich zurückließ: Die Kölner, weil sie nun ein Finale am letzten Spieltag gegen Mainz 05 haben. Die Leverkusener, weil sie
kein Finale um den Klassenerhalt spielen müssen. Und die Zuschauer, weil sie Zeugen eines spektakulären Spiels geworden waren, ohne dass eine der
beiden Mannschaften hatte verlieren müssen. Vor allem die eigene nicht.
Höger enttäuscht
Mit Blick auf den Spielverlauf durften die Kölner sagen, dass es für sie nicht ideal verlaufen war. „Wenn man 2:0 in Leverkusen führt und am Ende glücklich
über ein 2:2 sein muss, dann ist das natürlich bitter“, sagte Marco Höger, der nach seiner Einwechslung beide Leverkusener Treffer mit verschuldet hatte
und damit wohl ohnehin alles ein wenig bitterer fand als seine Kollegen.
Timo Horn sprach bereitwillig von einem „glücklichen Punkt“, und wer mehr vom Spiel gesehen hatte als die bloße Statistik, der pflichtete dem Kölner
Torhüter gern bei. Denn Köln war zwar in der 14. Minute durch einen abgefälschten Schuss des Mittelfeldspielers Milos Jojic in Führung gegangen und
hatte in der 49. Minute nach Klünters Solo sogar das 2:0 erzielt.
Doch schon in der ersten Halbzeit hatte es der FC einzig Timo Horn zu verdanken gehabt, nicht aussichtslos in Rückstand geraten zu sein. 27:7 Torschüsse
standen am Ende für Leverkusen, außerdem viel mehr Ballbesitz und die deutlich bessere Passquote. „Leverkusen war über die gesamte Spielzeit die bessere
Mannschaft“, befand FC-Trainer Peter Stöger.
Bittencourt hatte die Entscheidung auf dem Fuß
Kein Grund also für die Kölner, mit dem Resultat zu hadern. Und für die Leverkusener ja ohnehin nicht, denn hätte Leonardo Bittencourt in der 51. Minute getroffen,
wäre der Nachmittag für die Werkself ziemlich sicher im Debakel geendet. „Wenn Leo den dritten macht, und der sah schon sehr hundertprozentig aus, dann ist das
Spiel vorbei, dann haben wir gewonnen“, kommentierte Verteidiger Dominique Heintz.
So aber waren die Leverkusener im Spiel geblieben. Eine Flanke nach der anderen rauschte in den Kölner Strafraum, und es war absehbar, dass Timo Horn nicht
jeden Ball würde halten können. Und dass Bayer 04 nicht jede Chance verschenken würde.
Kießling, der in der ersten Halbzeit ausgesehen hatte, als solle er die tragische Figur dieses prächtigen Frühsommertages werden, traf nach einer Stunde doch noch
per Kopf zum Anschluss, ehe Pohjanpalo das Unausweichliche vollzog.
„Echtes Finale“ RheinEnergie Stadion
Leon Bailey traf in den Schlussminuten noch den Pfosten, doch es blieb beim Remis, das den Leverkusenern das Schlimmste erspart und dem FC das bedeutendste
Bundesligaspiel seit Jahren beschert. Wobei ein Leverkusener Sieg an den Kölner Chancen auf die Ränge sechs und sieben nichts geändert hätte.
So aber ist sogar noch Rang fünf möglich.
Zu einem echten Finale gehört, dass man es angeht, als stehe der Rest der Welt still. Die Kölner müssen gewinnen; was der Sieg dann bringt, werden sie sich in Ruhe
am Samstagnachmittag gegen zwanzig nach fünf ansehen können. „Wir gucken nicht auf die Tabelle, nicht auf die anderen Ergebnisse. Wir sehen es als richtiges Endspiel“,
sagte Lukas Klünter, der rasende Rechtsverteidiger aus Friesheim nach dem ersten Treffer seiner Profikarriere.
Klünter freut sich nach dem stimmungsvollen Derby auf die nächste Woche. „Das war heute eine Kostprobe dessen, was am Samstag bei uns im Stadion los sein wird“,
sagte er. Und Timo Horn richtete gleich einen Appell an die Adresse des FC Bayern: „Ich hoffe auf Schützenhilfe aus München. Die wollen ja auch einen versöhnlichen
Saisonausklang.“

Bayer 04 Leverkusen: Leno – Henrichs, Jedvaj, Tah, Wendell – Baumgartlinger, Aranguiz (57. Kampl) – Havertz (86. Bailey), Brandt – Kießling, Chicharito (68. Pohjanpalo)  
1. FC Köln: T. Horn – Klünter, Sörensen, Subotic, Heintz – M. Lehmann – Jojic (75. K. Rausch), J. Hector – Zoller (46. Osako), Bittencourt (57. Höger) – Modeste 
Tore: 0:1 Jojic (14.), 0:2 Klünter (49.), 1:2 Kießling (60.), 2:2 Pohjanpalo (71.) 
Schiedsrichter:  Günter Perl (Pullach im Isartal) 
Zuschauer: 30210 
Strafen: gelbe Karte M. Lehmann (7), gelbe Karte K. Rausch (3)

Einzelkritik:
Timo Horn                   1
Lukas Klünter              1,5
Frederik Sörensen      4
Neven Subotic            5
Dominique Heintz       3
Jonas Hector              2,5
Matthias Lehmann      2,5
Milos Jojic                   2,5
Leonardo Bittencourt  3
Anthony Modeste       4
Simon Zoller               4
Yuya Osako                3,5
Marco Höger               5

(Quelle: Kölner Stadtanzeiger u. Kölnische Rundschau vom 15.05.2017 )

Ergebnisse:

Tag Datum Begegnung Ergebnis  
Samstag 13.05.2017, 15:30 Uhr Bayer 04 Leverkusen : 1. FC Köln 2:2 (0:1) Statistik | Historie
FC Schalke 04 : Hamburger SV 1:1 (1:0) Statistik | Historie
1. FSV Mainz 05 : Eintracht Frankfurt 4:2 (0:1) Statistik | Historie
VfL Wolfsburg : Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:1) Statistik | Historie
FC Augsburg : Borussia Dortmund 1:1 (1:1) Statistik | Historie
Werder Bremen : 1899 Hoffenheim 3:5 (0:3) Statistik | Historie
SV Darmstadt 98 : Hertha BSC 0:2 (0:2) Statistik | Historie
SC Freiburg : FC Ingolstadt 04 1:1 (1:1) Statistik | Historie
RB Leipzig : Bayern München 4:5 (2:1) Statistik | Historie


Spielstand 13.05.2017

R V   Verein Sp S U N Tore TD P Quali
1 (1) Logo Bayern München Bayern München (M,P) 33 24 7 2 85:21 +64 79 CL
2 (2) Logo RB Leipzig RB Leipzig (N) 33 20 6 7 64:37 +27 66 CL
3 (3) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund 33 17 10 6 68:37 +31 61 CL
4 (4) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 33 16 13 4 64:37 +27 61 CLQ
5 (6) Logo Hertha BSC Hertha BSC 33 15 4 14 41:41 +0 49 EL
6 (5) Logo SC Freiburg SC Freiburg (N) 33 14 6 13 41:56 -15 48 ELQ
7 (7) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 33 11 13 9 49:42 +7 46  
8 (8) Logo Werder Bremen Werder Bremen 33 13 6 14 58:60 -2 45  
9 (9) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 33 12 8 13 43:47 -4 44  
10 (10) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 33 11 9 13 44:39 +5 42  
11 (11) Logo Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt 33 11 8 14 34:41 -7 41  
12 (12) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 33 10 8 15 47:53 -6 38  
13 (15) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 33 10 7 16 44:53 -9 37  
14 (13) Logo FC Augsburg FC Augsburg 33 9 10 14 35:51 -16 37  
15 (14) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 33 10 7 16 33:50 -17 37  
16 (16) Logo Hamburger SV Hamburger SV 33 9 8 16 31:60 -29 35 Ab-Rel
17 (17) Logo FC Ingolstadt 04 FC Ingolstadt 04 33 8 7 18 35:56 -21 31 Ab
18 (18) Logo SV Darmstadt 98 SV Darmstadt 98 33 7 3 23 26:61 -35 24 Ab


Vorschau 34. Spieltag

Tag Datum Begegnung Ergebnis  
Samstag 20.05.2017, 15:30 Uhr Bayern München : SC Freiburg -:- Historie
Borussia Dortmund : Werder Bremen -:- Historie
Borussia Mönchengladbach : SV Darmstadt 98 -:- Historie
Hertha BSC : Bayer 04 Leverkusen -:- Historie
1. FC Köln : 1. FSV Mainz 05 -:- Historie
Hamburger SV : VfL Wolfsburg -:- Historie
FC Ingolstadt 04 : FC Schalke 04 -:- Historie
1899 Hoffenheim : FC Augsburg -:- Historie
Eintracht Frankfurt : RB Leipzig -:- Historie