DFB- Pokal 2.HR
28.10.2015
Werder Bremen  : 1.FC Köln  =  1  :  0

Die Fehlerquote des 1. FC Köln ist zu hoch
Kölns Trainer Peter Stöger geht vor Spielbeginn über den Platz.  Foto: dpa

So früh wie seit Jahren nicht mehr hat sich der 1. FC Köln am Mittwoch aus dem DFB-Pokal verabschiedet.
Trainer Peter Stöger ist auch mit dem Einsatzwillen seiner Spieler unzufrieden. Beim FC schrillen die Alarmglocken. 
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Köln
Ernst schauen Matthias Lehmann, Anthony Modeste und Dominique Heintz auf dem Werbefoto. Man hätte meinen können,
es wäre unmittelbar nach dem Pokal-K.o. in Bremen und nicht kürzlich in Köln aufgenommen worden.
Ausgerechnet am Tag nach der 0:1-Niederlage begann mit dem Trio die Werbekampagne für die dritte Auflage des schrillen FC-Karnevalstrikots.
Derweil sollten nach der dritten Niederlage ohne Torerfolg die Alarmglocken bei der FC-Mannschaft schrillen. Die bot in Bremen bei einem gleichwertigen
Gegner eine schwache erste Halbzeit, einen fulminanten Start in den zweiten Durchgang und danach viel brotloses Stückwerk.
Vor allem waren es grundlegende Fehler der Kölner Profis, die im Aufbauspiel ihren Anfang nahmen. Da standen zu viele Spieler zu tief, wurde zu viel
quer statt nach vorne gespielt, was der Trainer neben den halbherzigen Zweikämpfen bemängelte.
Durchsetzungsvermögen und Effizienz
"Wie beim 0:1 gegen Hannover waren wir nicht schlechter, haben aber erneut unsere Chancen nicht verwertet", stellte Trainer Peter Stöger zunächst fest,
um dann in Richtung seiner Spieler die Charakterfrage in Form eines ungewohnten Vergleichs zu stellen: "Wenn man sieben Punkte aus drei Spielen holt,
kann die Truppe leicht ums Lagerfeuer tanzen. Verliert man drei Mal wie jetzt, muss man schauen, wie viele Jungs noch am Lagerfeuer sitzen."
Schnell schob er aber nach, dass seine Gruppierung stabil sei.
Was sie bereits am Samstag gegen die TSG Hoffenheim mit ihrem neuen Trainer Huub Stevens beweisen muss. Für dieses Spiel mahnt Jörg Schmadtke
mehr Durchsetzungsvermögen und Effizienz vor dem gegnerischen Tor an. In Bremen habe er eine optische Überlegenheit zumindest gefühlt und den
Eindruck gehabt, dass seitens des Gegners nicht viel passieren konnte. 
Doch im Angriff sei Anthony Modeste zu sehr auf sich allein gestellt gewesen. Drei der vier größten Chancen gingen auf sein Konto.
Nur Jonas Hector war ebenfalls einem Treffer nahe. Deshalb mahnte der Sportchef mehr Hilfe für den Mittelstürmer an.
Man müsse mehr als nur eine Angriffsoption besitzen.
Ujah schießt den FC aus dem DFB-Pokal
Bei den Werderanern war das zwar auch nicht der Fall, dafür gelang dem durch seinen Wechsel von Köln nach Bremen zuvor bereits im Mittelpunkt
stehenden Anthony Ujah in der 23. Minute das Tor des Abends. Nach der Partie gab sich der Nigerianer ausgesprochen diplomatisch.
Die Pfiffe und Schmähungen der FC-Fans hätten ihn nicht gestört. Im Gegenteil, für die Anhänger tue ihm die Niederlage leid.
Es sei ihm zu Beginn sogar schwergefallen, gegen seine Ex-Kollegen zu spielen. Auf die Frage, welcher nun der bessere Tony sei, gab sich der
Angreifer erneut konziliant: "Ich freue mich, dass er für Köln die Tore schießt - aber heute war es mein Tag."
Beim FC hofft man indes, dass der Samstag der Tag des Anthony Modeste wird. Dann trifft er auf seinen ehemaligen Club, die TSG Hoffenheim.
"Ich werde ihn darauf hinweisen", meinte sein Trainer lächelnd.
Nicht zur Verfügung stehen den Kölnern dann Pawel Olkowski und Simon Zoller, die wegen leichter Muskelprobleme in Bremen ausfielen.
In den Kader zurückkehren kann wohl Yannick Gerhardt, dessen Fußprellung abklingt. Er unternimmt heute einen Test beim Abschlusstraining.
Sicher dürfte der Einsatz von Leonardo Bittencourt dank einer Spezialschiene am gebrochenem Arm sein.


Werders Torschütze Anthony Ujah (r.) kämpft gegen Kölns Frederik Sörensen um den Ball.  Foto: dpa

So früh wie seit Jahren nicht mehr hat sich der 1. FC Köln aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Und ausgerechnet Anthony Ujah
machte den Unterschied aus:  Der Torjäger von Werder Bremen erzielte den einzigen Treffer des Abends.  
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