DFB-Pokal 1.HR

SV Meppen : 1. FC Köln  =  0:4
 

 

Nicht nur eitel Sonnenschein beim 4:0 des 1. FC Köln gegen Meppen
 


Dominique Heintz (r) und Jonas Hector (2.vl) vom 1. FC Köln verabschieden sich von den Meppenern Dennis Strompen (M) und Sebastian Schepers (l).  Foto: dpa

Trotz des 4:0-Erfolgs des 1. FC Köln gegen den SV Mappen im DFB-Pokalspiel am Samstag herrschte nicht nur eitel Sonnenschein bei der sportlichen Leitung des Bundesligisten.
Sportchef Jörg Schmadtke fand die Leistung insgesamt „zu lax“. 
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Es war die realisierte Wunschvorstellung eines jeden Favoriten, wie ein Pokalspiel beim unterklassigen Außenseiter zu laufen hat: Schnelle Führung, kontrolliertes Spielgeschehen,
Vorentscheidung nach knapp einer halben Stunde und am Ende ein standesgemäßes, nie gefährdetes Ergebnis. Genau so kam der 1. FC Köln beim SV Meppen zu seinem 4:0 (2:0)-Erfolg.
Und dennoch herrschte nicht nur eitel Sonnenschein bei der sportlichen Leitung des Bundesligisten.
"Sehr professionell" habe die Mannschaft die Begegnung zu Ende gebracht, lautete das eine Urteil von Sportchef Jörg Schmadtke, um dann die Kehrseite der Medaille anzusprechen:
"Es war mir zu lax. Ich hätte mir gewünscht, dass man fünfzig, sechzig Minuten lang Vollgas gibt, um am Ende ein bisschen zurückzuschrauben."
Noch deutlicher wurde Trainer Peter Stöger bezüglich dessen, was ihm missfallen hatte. "Als Mannschaft sind wir souverän aufgetreten. Aber es gab für den ein oder anderen die Möglichkeit,
hinsichtlich des Bundesligastarts ein paar Bonuspunkte zu sammeln. Die haben manche leichtfertig liegenlassen." Vor allem angesichts der hart umkämpften Plätze im Offensivbereich sei es
für ihn unverständlich, wenn Spieler nicht die Möglichkeit wahrnehmen würden, sich für weitere Aufgaben aufzudrängen.
Angesprochen fühlen durfte sich in der Kreativabteilung vor allem Milos Jojic. Aber auch der zur Pause ausgewechselte Pawel Olkowski sowie der für ihn gekommene Kevin Vogt spielten nicht
mit jenem Nachdruck, den man beim Kampf um Stammplätze erwartet. Was Milos Jojic betrifft, so versuchte er mehr durch Einzelaktionen und technische Spielereien als durch entschlossenes
Spiel mit Zug zum Tor aufzufallen.
Pawel Olkowski agierte vor allem in der Rückwärtsbewegung halbherzig und schludrig, als nähme er die Gegner nicht ernst. Seine Herausnahme bescherte Kevin Vogt die Möglichkeit, sich
als zweiter Sechser neben Matthias Lehmann für die Begegnung am Sonntag in Stuttgart aufzudrängen. Dort dürfte zunächst im bekannten 4-2-3-1-System statt des offensiveren 4-1-4-1
begonnen werden.
Doch der Mittelfeldmann wirkte so unmotiviert, als beschäftige ihn das Werben anderer Clubs um ihn mehr, als dass er ein fester Bestandteil der FC-Mannschaft bleibt. Dabei hatte sein Berater
gegenüber dem Fachmagazin "Kicker" erklärt, es gäbe Anfragen aus dem In- und Ausland. Doch wolle sein Klient "diese Dinge nicht forcieren, weil er seine Aufgabe in Köln noch nicht als beendet ansieht".

Bis zum Monatsende ist das Transferfenster noch geöffnet, bestünde für Kevin Vogt die Möglichkeit, Verlockungen von Bundesligisten oder Tottenham Hotspur nachzugeben. Dann aber müsste auch die
FC-Seite zustimmen. Und das ist derzeit völlig ungewiss.
Natürlich gab es aber auch die positiven Seiten des 4:0-Erfolgs, und es gab Spieler, die Werbung in eigener Sache betrieben. Am Auffälligsten tat dies Anthony Modeste.
Nach 46 Sekunden erzielte er den schnellsten Pokaltreffer der Kölner Clubgeschichte. In der 27. Minute erhöhte er per Strafstoß. Schiedsrichter Christian Dietz hatte eine Aktion von Meppens
Torwart Benjamin Gommert gegen Pawel Olkowski als Vereitelung einer klaren Torchance gewertet und ihm Rot gezeigt. In der 78. Minute schnürte Anthony Modeste schließlich seinen Dreierpack.
"Ich hatte weitere Chancen und hätte noch mehr Tore machen können. Deshalb bin ich ja nach Köln gekommen. Das ist mein Job", meinte der Franzose. Den Schlusspunkt setzte Simon Zoller (87.)
nach schöner Vorarbeit von Yannick Gerhardt, der sich ebenso wie der fleißige Yuya Osako Pluspunkte verdiente.

Köln: Horn; Olkowski (46. Vogt), Sörensen, Heintz, Hector; Lehmann (69. Gerhardt); Risse, Osako, Jojic (58. Zoller), Bittencourt; Modeste. -
Tore: 0:1 Modeste (1.), 0:2 Modeste (27., Foulelfmeter), 0:3 Modeste (78.), 0:4 Zoller (87.). -
Zuschauer: 13 815 (ausverkauft).

 

 

 

Einzelkritik
Timo Horn 3
Pawel Olkowski 4
Frederik Sörensen 3
Dominique Heintz 3+
Jonas Hector 3-
Matthias Lehmann 3-
Marcel Risse 3+
Yuya Osako 3+
Milos Jojic 4-
Leonardo Bittencourt 3+
Anthony Modeste 1
Kevin Vogt 4-
Simon Zoller 3
Yannick Gerhardt 3+