2. Spieltag

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Es ist kein Geheimnis: es läuft nicht besonders gut für den 1. FC Köln. Nicht nur die Fans hoffen sehnlichst auf einen ersten Sieg in der zweiten Liga, auch
finanzielle und personelle Schwierigkeiten belasten den Verein. Von Joachim Schmidt

 

 


Auch zu Hause reichte es für den FC nicht für einem Sieg. Mehr als ein Unentschieden war nicht drin. Foto: dpa

Köln.
Die Saison läuft, die Probleme bleiben, haben sogar noch zugenommen. Denn zu den finanziellen und personellen Schwierigkeiten gesellen sich beim 1. FC Köln nun auch noch sportliche. Ein kümmerliches Pünktchen nach zwei Spielen weist die negative Richtung auf. Bei einem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal am Samstag in Unterhaching müsste man bereits vom Fehlstart sprechen.
Wie so oft in solchen Fällen fehlt es der Mannschaft an Durchschlagskraft in der Offensive. Im Gegensatz zum 0:1 in Braunschweig wurden beim 1:1 gegen Sandhausen mehr und bessere Chancen herausgearbeitet, doch es fehlte ein Vollstrecker. Zu kläglich waren die Schussversuche der Offensivabteilung, die nach 180 Spielminuten noch auf den ersten aus dem Spiel heraus erzielten Treffer wartet.
"Wir müssen noch mehr mit den Jungs arbeiten. Denn unsere Stürmersituation ist, wie sie ist", sagte FC-Trainer Holger Stanislawski. Man besitze nicht die finanziellen Mittel, um kurzfristig einen erfolgversprechenden Torjäger zu verpflichten, wie es Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern getan habe. Dabei mussten die Pfälzer angeblich nur 450 000 Euro an Eintracht Frankfurt für den dort nicht mehr benötigten Mohamadou Idrissou überweisen.
Der erzielte bereits zwei der fünf Lauterer Treffer und bereitete einen vor. Die gleiche Bilanz besitzt sein Sturmpartner Albert Bunjaku, der sogar ablösefrei aus Nürnberg kam. Allerdings dürften beide in einer Gehaltsklasse spielen, die sich der 1. FC Köln angesichts der im Vorjahr ausgewiesenen 30,9 Millionen nicht mehr leisten kann.
"Da vorne im Angriff haben wir eine Baustelle, eine andere hinten", meinte Holger Stanislawski mit Blick auf die dünne Personaldecke in der Defensive. Da fehlt Routinier Kevin McKenna nach seiner Operation (Gelenkkörper entfernt) noch bis Ende September, und Kevin Pezzoni sorgte nach seiner Hereinnahme am Freitag für mehr Unruhe als Sicherheit, wie sein Fehler zeigte, der den Ausgleich einleitete. In der Offensive wird die Situation durch den wohl dreiwöchigen Ausfall von Adil Chihi (Faserriss) verschärft. Da auch Christian Clemens am nächsten Wochenende wegen seines Innenbandanrisses noch fehlt, wird es langsam eng. Zwar beobachte man den Spielermarkt, sagte Holger Stanislawski, doch die Mittel zum Kauf eines Torjägers fehlen nach wie vor.
Die einzige Abhilfe könnte sein, wenn Pedro Geromel, Michael Rensing und Alexandru Ionita von der Gehaltsliste gestrichen werden könnten. Im Fall des Brasilianers haben sich nach den spanischen Clubs FC und Betis Sevilla sowie Athletic Bilbao überraschend auch die Wolverhampton Wanderers ins Gespräch gebracht. Deren Manager, Kölns Ex-Trainer Stale Solbakken, kennt das Leistungsvermögen von Geromel bestens und möchte ihn haben. Doch der Abwehrspieler will angeblich weder zu einem Zweitligisten wie den Wanderers noch nach England. Sein Ziel ist die spanische Primera Division.


 

Das Feiern muß weiter warten

Der 1. FC Köln schafft im ersten Heimspiel gegen Sandhausen nur ein 1:1
Von JOACHIM SCHMIDT

KÖLN. Als der Abpfiff ertönte, setzte ein gellendes Pfeifkonzert im Rheinenergie-Stadion ein. Es war weniger eine Antwort der Zuschauer auf die Leistung der Heimelf als vielmehr ein Ausdruck der Enttäuschung. In der vorletzten Spielminute hatte die eigene Mannschaft den Ausgleich hinnehmen müssen, nachdem sie wie der Sieger ausgesehen hatte.
-So entwickelt sich der Zweitliga-Aufgalopp für den Bundesligaabsteiger 1. FC Köln nach dem l: l gegen Liganeuling SV Sandhausen schwieriger als gedacht.

„Das ist natürlich super ärgerlich. Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Hätten wir nach unserer Führung nachgelegt und das 2:0 geschossen, wären wir wohl nicht in diese Situation geraten", haderte der Kölner Trainer Holger Stanislawski.
Abwehrchef Dominic Maroh war nach Spielende ratlos, wie es zu dem Treffer der Gäste durch Regis Dorn hatte kommen können. Die Fehlerkette begann bei Kevin Pezzoni, der einen langen Abschlag von Gästetorwart Daniel Ischdonat in Richtung des eigenen  Strafraums  verlängerte. Dort legte Miso Brecko den Ball nach innen, wo der eingewechselte Dorn mit einer Bogenlampe Kölns Schlussmann Timo Horn keine Abwehrmöglichkeit ließ.
„Wir sind leider nicht für den Aufwand belohnt worden, den wir vor allem nach der Pause betrieben haben", klagte Thomas Broker. Der hatte den FC in der 63. Spielminute per Strafstoß in Führung gebracht. Zuvor war Miso Brecko nach einem genialen Flankenball von Mato Jajalo durch Nicky Adler im Strafraum zu Fall gebracht worden.
Broker hätte der Spieler des Abends werden können, hätte er seine Chancen besser verwertet. So traf er in der 47. Minute aus etwa 28 Metern nur den Pfosten und scheiterte in der 67. Minute beim Versuch, dem aus Leverkusen stammenden Daniel Ischdonat aus kurzer Distanz den Ball durch die Beine zu schieben. Weitere FC-Möglichkeiten vergaben Kevin Wimmer (25.) und Daniel Royer (44.), der am leeren Tor vorbei zielte.
Doch auch die Sandhausener versteckten sich nicht. So traf Simon Tüting nur die Latte (27.), musste Timo Horn gegen Frank Löning (28.) und Tüting (70.) retten. Schließlich überwand ihn Daniel Schulz (78.), doch Schiedsrichter Markus Wingenbach entschied auf Abseits. „Das war ein Grenzfall. Das Tor hätte man auch geben können", meinte Schiedsrichterbeobachter Helmut Krug. Sandhausens Trainer Gerd Dais war es allerdings recht so, wie es gekommen war. „Denn wenn wir früher ausgeglichen hätten, hätte der FC mehr Zeit gehabt zurückzuschlagen." So freute er sich über den Punktgewinn, der schließlich prima zu seinem heutigen Geburtstag passte, der nach der mitternächtlichen Rückkehr in der Kurpfalz gefeiert werden sollte.
Bei den Kölnern muss mit dem Feiern weiter gewartet werden. Denn noch immer ist die Mannschaft auf der Suche nach der rechten Balance. Wurde vor der Pause zu einfallslos nach vorne gespielt, besserte sich dies nach dem Wechsel. Allerdings stellte man nach der Führung die weiteren Bemühungen praktisch ein, versuchte nur noch, den knappen Vorsprung zu verwalten. Erfreulich war immerhin der Auftritt von Mato Jajalo. In der 24. Minute wurde er für Adil Chihi eingewechselt, der sich einen Faserriss im linken Oberschenkel zuzog und mindestens drei Wochen ausfällt. Jajalo glänzte fortan mit sehenswerten Pässen, großem Einsatz und Drang zum Tor, brachte aber mit einigen Ballverlusten die eigene Hintermannschaft auch in Bedrängnis.

Köln: Horn; Brecko, Maroh, Wimmer, Eichner; Lehmann, Matuschyk; Chihi (24. Jajalo), Broker, Royer (85. Pezzoni); Tese (46. Ishak). -
Sandhausen: Ischdonat; Schauerte, Pilschorn, Schulz, Achenbach; Fießer (75. Dorn), Morena; Riemann (84. Falken­berg), Tüting, Adler (77. Halfar); Löning. -
SR: Wingenbach (Mainz).
Tore: 1:0 Broker (63., Foulelefmeter), 1:1 Dorn (89.)- -
Zuschauer: 22 900. -
Gelbe Karte: Tüting.

  Einzelkritik
lfd. Nr. Rücken-Nr. Einwechslung Spieler 1. FC Köln Note
1 1     Timo Horn 3
2 2     Miso Brecko 3-
3 5     Dominnic Maroh 4+
4 28     Kevin Wimmer 4
5 4     Christian Eichner 3-
6 33     Matthias Lehmann 3
7 8     Adam Matuschyk 3
8 19     Mato Jajalo 3+
9 11     Thomas Bröker 3
10 25     Daniel Royer 4
11 9     Chong Tese 5
12 16     Mikael Ishak 4-
13 7     Adil Chihi -
14   ab 24.min. für Chihi (19) Mato Jajalo  
15   ab 46.min. für Tese (16) Mikael Ishak  
16   ab 85.min. für  Royer (6) Kevin Pezzoni  
 


 

Ergebnisse:

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr, 10.08., 18:00h 1. FC Köln : SV Sandhausen Endstand: 1:1 (Halbzeitstand: 0:0) Statistik
  VfR Aalen : 1. FC Kaiserslautern Endstand: 1:2 (Halbzeitstand: 1:2) Statistik
Fr, 10.08., 20:30h Energie Cottbus : Erzgebirge Aue Endstand: 3:0 (Halbzeitstand: 2:0) Statistik
Sa, 11.08., 13:00h SC Paderborn 07 : VfL Bochum Endstand: 4:0 (Halbzeitstand: 2:0) Statistik
Sa, 11.08., 15:30h FC St. Pauli : FC Ingolstadt 04 Endstand: 1:1 (Halbzeitstand: 0:0) Statistik
So, 12.08., 13:30h SSV Jahn Regensburg : MSV Duisburg Endstand: 2:0 (Halbzeitstand: 1:0) Statistik
  1. FC Union Berlin : Eintracht Braunschweig Endstand: 0:1 (Halbzeitstand: 0:1) Statistik
So, 12.08., 15:30h FSV Frankfurt : Hertha BSC Endstand: 3:1 (Halbzeitstand: 0:1) Statistik
Mo, 13.08., 20:15h Dynamo Dresden : TSV 1860 München Endstand: 2:2 (Halbzeitstand: 1:1) Statistik


Stand 13.08.12:

Rang VR Emblem Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (3) Logo Eintracht Braunschweig Eintracht Braunschweig 2 2 0 0 2:0 +2 6 Auf
2 (7) Logo SC Paderborn 07 SC Paderborn 07 2 1 1 0 6:2 +4 4 Auf
3 (7) Logo Energie Cottbus Energie Cottbus 2 1 1 0 5:2 +3 4 Auf-Rel
4 (11) Logo FSV Frankfurt FSV Frankfurt 2 1 1 0 4:2 +2 4  
5 (5) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern (A) 2 1 1 0 5:4 +1 4  
6 (3) Logo TSV 1860 München TSV 1860 München 2 1 1 0 3:2 +1 4  
7 (1) Logo VfR Aalen VfR Aalen (N) 2 1 0 1 5:3 +2 3  
8 (16) Logo SSV Jahn Regensburg SSV Jahn Regensburg (N) 2 1 0 1 2:1 +1 3  
9 (2) Logo VfL Bochum VfL Bochum 2 1 0 1 2:5 -3 3  
10 (7) Logo FC Ingolstadt 04 FC Ingolstadt 04 2 0 2 0 3:3 +0 2  
11 (11) Logo SV Sandhausen SV Sandhausen (N) 2 0 2 0 2:2 +0 2  
12 (13) Logo FC St. Pauli FC St. Pauli 2 0 2 0 1:1 +0 2  
13 (5) Logo 1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin 2 0 1 1 3:4 -1 1  
13 (15) Logo Dynamo Dresden Dynamo Dresden 2 0 1 1 3:4 -1 1  
15 (16) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln (A) 2 0 1 1 1:2 -1 1  
16 (7) Logo Hertha BSC Hertha BSC (A) 2 0 1 1 3:5 -2 1 Ab-Rel
17 (13) Logo Erzgebirge Aue Erzgebirge Aue 2 0 1 1 0:3 -3 1 Ab
18 (18) Logo MSV Duisburg MSV Duisburg 2 0 0 2 1:6 -5 0 Ab

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 13.08.2012)