Seite 33. Spieltag

SC Freiburg - 1. FC Köln 4:1

Geißbockelf muss um Relegation zittern

Der 1. FC Köln hat den direkten Klassenerhalt nicht geschafft. Nach dem 1:4 in Freiburg ist sogar der Relegationsplatz in Gefahr.

 

Lukas Podolski schlägt die Hände vors Gesicht; Bildrechte: Reuters
Lukas Podolski schlägt die Hände vors Gesicht


Die Rheinländer unterlagen am 33. Spieltag beim SC Freiburg mit 1:4 (0:1) und können den rettenden 15. Tabellenplatz nicht mehr erreichen. Mensur Mujdza (36.), Karim Guédé (54.), Daniel Caligiuri (84.) und der Ex-Kölner Sebastian Freis (90.+1) erzielten vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion die Treffer der Gastgeber. Lukas Podolski war der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen (47.).
Kölns Interimstrainer Frank Schaefer gibt sich dennoch kämpferisch: "Wir haben nach wie vor die Situation, dass wir nächste Woche ein Endspiel haben. Wir haben es nach wie vor in der eigenen Hand. Und es wird nach wie vor so sein, dass wir auch nach diesem Spiel keinesfalls die Flinte ins Korn werfen." FC-Akteur Sascha Riether sagte nach dem Abpfiff: "Die Freiburger waren uns heute im läuferischen Bereich überlegen. Wir konnten nach einer gewissen Zeit konditionell nicht mehr mithalten." Freiburgs Trainer Christian Streich analysierte: "Die ersten 25 Minuten war Köln gut und stabil. Das war bei uns nicht so. Dann wurde es etwas besser, und wir sind in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft dann gezeigt, dass sie in der körperlichen Verfassung ist, auch bei diesen Temperaturen 90 Minuten dagegenzuhalten." Fast 35 Grad wurden übrigens im Stadion-Innenraum gemessen.

Köln seit acht Spielen ohne Sieg
Die Kölner, die nun seit acht Spielen auf einen Sieg warten, liegen weiter auf dem Relegationsplatz und müssen bei nur zwei Punkten Vorsprung auf den Tabellenvorletzten Hertha BSC Berlin um den Klassenerhalt bangen. Am letzten Spieltag kommt Champions-League-Finalist Bayern München an den Rhein. Die bereits zuvor geretteten Freiburger stellten mit ihrem zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage den Vereinsrekord aus der Spielzeit 2000/01 ein.
Nach 14 Minuten hatten die Gäste vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw die erste Torchance, als ein Freistoß von Podolski, der nach überstandener Mittelohrentzündung in der Startformation stand, am Pfosten vorbeisegelte. Danach zwang Mato Jajalo SC-Keeper Oliver Baumann das erste Mal zum Eingreifen (17.). Die Freiburger, die in allen Heimspielen der Rückrunde ungeschlagen geblieben waren, kamen kaum zu Torgelegenheiten. Nur Guédé testete Michael Rensing im FC-Tor mit einem Fernschuss (24.).

Patzer von Rensing
Nach dem Gegentor durch Mujdza, bei dem FC-Keeper Rensing patzte, war bei den Gästen zunächst wieder die Verunsicherung der letzten Wochen zu spüren. Trotzdem blieb es bis zum Pausenpfiff bei der knappen Freiburger Führung. In der Pause verstärkte FC-Coach Schaefer die Offensive und brachte in Milivoje Novakovic für Martin Lanig einen zweiten Stürmer. Der Mut zu mehr Offensive zahlte sich bereits kurz nach dem Wiederanpfiff aus, als Podolski den Ausgleich für die Kölner markierte (47.). Nach dem Ausgleich blieben die Kölner am Drücker. Ein Weitschuss von Podolski verpasste nur knapp das Freiburger Tor (52.) Auf den anderen Seite scheiterte Jan Rosenthal nur eine Minute später am Pfosten.

 Novakovic vergibt Riesenchance
Der wohl schönste Spielzug der Partie bescherte dem SC dann die erneute Führung, als Guédé nach einer wunderbaren Volley-Flanke von Daniel Caligiuri ins Kölner Tor traf (54.). Erneut erholten sich die Kölner nur langsam vom Gegentreffer. Der eingewechselte Novakovic verstolperte die große Ausgleichschance freistehend vor dem Tor kläglich (57.). Nach 70 Spielminuten hatte erneut Podolski den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss ging knapp am Freiburger Tor vorbei. In den Schlussminuten zerstörten Caligiuri und Freis alle Hoffnungen der Geißböcke.

Bei den Freiburgern zeigten Torschütze Guédé, Rosenthal und Caligiuri eine starke Leistung. Beste Kölner waren Podolski und Slawomir Peszko.

1. FC Köln gegen Freiburg

„Gier zeigen, statt zu jammern”
Von Joachim Schmidt

FC Köln
Wieder einmal gesenkte Köpfe beim 1. FC Köln. (Bild: dpa)


FREIBURG. Mit dem Rückfall in die Trostlosigkeit der Vor- Schaefer-Zeit haben die FC-Profis im ersten von vier möglichen Endspielen versagt. Die Begründung von einigen, sie seien den Freiburgern bei 33 Grad auf dem Spielfeld konditionell "total unterlegen" gewesen, wie es Sascha Riether formulierte, mochte der Trainer nicht gelten lassen: "Es geht nicht darum, Dinge zu thematisieren, die uns nicht weiterhelfen. Das vermittelt nur Alibis. Entscheidend ist vielmehr, Gier und Willenseigenschaften zu zeigen, statt rum zu jammern."
Fehlende Fitness ist für Frank Schaefer kein Entschuldigungsgrund für das 1:4 und ein mögliches Scheitern im letzten Punktspiel gegen den FC Bayern. Seine Truppe werde die körperliche Verfassung besitzen, "um alles zum guten Ende zu bringen". In Freiburg sah es nur kurzzeitig danach aus. Nach einer Halbzeit mit Sommerfußball von beiden Seiten und der SC- Führung durch Mensur Mujdza (36.) glich Lukas Podolski (47.) unter den Augen des entlassenen Ex-Sportchefs Volker Finke mit seinem 18. Saisontreffer aus. Doch nur sieben Minuten später hieß es durch Karim Guede 1:2. Kläglich vergab dann der für den angeschlagenen Martin Lanig eingewechselte Milivoje Novakovic frei vor Schlussmann Oliver Baumann (57.). In der Schlussphase erhöhten Daniel Caligiuri (84.) und der im Januar vom FC nach Freiburg gewechselte Sebastian Freis (90.+1) auf 4:1.
Wie schon in der Solbakken-Ära zeigte sicht, dass den FC-Profis die Leidenschaft und das Selbstbewusstsein fehlen, sich nach Rückständigen zurück zu kämpfen. Die Mannschaft besitzt keine innere Stabilität, kann nur erfolgreich sein, wenn ihr in die Karten gespielt wird. Es mangelt an Geschlossenheit und Führungsspielern.
Ausgerechnet der einzige, der dieses Prädikat verdient, patzte dann auch noch. "Da sehe ich blöde aus", nahm Schlussmann Michael Rensing das 0:1 auf seine Kappe. Aus seiner Sicht kann hinsichtlich des Bayern-Spiels nur wenig verändert werden. Entscheidend - und da liegt er auf einer Linie mit Schaefer - sei es, die Köpfe frei zu bekommen. An möglicherweise fehlender Kondition dürfe es nicht liegen: "Man kann sich viel über den Willen und die Motivation antreiben."
Zudem hoffe man auf Hoffenheim. Die Kraichgauer spielen am Samstag in Berlin, und Trainer Markus Babbel, der im Winter dort entlassen wurde, hat eine Rechnung offen und sagte: "Ich will mit aller Macht drei Punkte haben."
Darauf aber dürfe man sich nicht verlassen, müsse selbst seine Außenseiterchance gegen eine wie auch immer personell aufgestellte Bayern-Elf suchen. "Wir gehen das Spiel an, als wenn es unser letztes wäre", sagte Lukas Podolski und meinte damit, dass das letzte Punktspiel noch nicht das letzte Saisonspiel sein dürfe. Wie die Fans hofft er auf die Relegation.
Am Samstag waren die 2300 mitgereisten Anhänger von ihrem Frust geradezu gelähmt. Selbst szenebekannte Hooligans klagten: "Wir wollen nur noch nach Hause." 50 von ihnen hatten besonderes Pech. Ihr Bus war kurz vor Freiburg mit Motorschaden liegen geblieben. Bei dem Versuch der Reparatur zog sich ein Fan schwerste Verbrennung zu und wurde in eine Spezialklinik geflogen.
Für die übrigen, die praktisch mittellos am Bahnhof standen, zahlte der Verein die Fahrkarten. Um die in der ersten Klasse mitfahrende Mannschaft vor möglichen Übergriffen zu schützen, reisten Bundesbeamte zur Bewachung mit. Schließlich stieg der FC-Tross bereits in Siegburg aus, um Anfeindungen in Köln zu entgehen.

SC Freiburg-1.FCKöln 4:1 
Freiburg:
Baumann; Mujdza (70. Putsila), Ginter, Diagne (58. Höhn), Sorg; Guede, Makiadi, Schmid, Rosenthal (77. Jendrisek), Daniel Caligiuri; Freis. -
K
öln: Rensing; Brecko, McKenna, Geromel, Eichner (83. Ishak); Lanig (46. Novakovic), Riether; Peszko (68. Buchtmann), Jajalo, Clemens; Podolski. -
SR: Stark. -
Zuschauer: 24 000 (ausverkauft). -
Tore: 1:0 Mujdza (36.), 1:1 Podolski (47.), 2:1 Guede (54.), 3:1 Daniel Caligiuri (84.), 4:1 Freis (90.+1). -
Gelbe Karte: McKenna (4).



  Einzelkritik
  Rücken-Nr. Einwechslung Spieler 1. FC Köln Note
1 1     Michael Rensing 5
2 2     Miso Brecko 5
3 23     Kevin McKenna 6
4 21     Pedro Geromel 6
5 4     Christian Eichner 5
6 13     Martin Lanig 5
7 5     Sascha Riether 6
8 15     Slawomir Peszko 6
9 19     Mato Jajalo 6
10 27     Christian Clemens 4-
11 10     Lukas Podolski 3-
12 11 ab 46.min. für Lanig Milivoje Novakovic 6
13 29 ab 68.min. für Peszko Christopher Buchtmann 4
14 16 ab 83.min. für Eichner Mikael Ishak -

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 30.04.2012)

Ergebnisse:
Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Sa, 28.04., 15:30h Hamburger SVgegen: 1. FSV Mainz 05 Endstand: 0:0 (Halbzeitstand: 0:0) Statistik |Historie
  FC Schalke 04gegen: Hertha BSC Endstand: 4:0 (Halbzeitstand: 1:0) Statistik |Historie
  Borussia Mönchengladbachgegen: FC Augsburg Endstand: 0:0 (Halbzeitstand: 0:0) Statistik |Historie
  SC Freiburggegen: 1. FC Köln Endstand: 4:1 (Halbzeitstand: 1:0) Statistik |Historie
  1899 Hoffenheimgegen: 1. FC Nürnberg Endstand: 2:3 (Halbzeitstand: 1:2) Statistik |Historie
  Bayer 04 Leverkusengegen: Hannover 96 Endstand: 1:0 (Halbzeitstand: 0:0) Statistik |Historie
  VfL Wolfsburggegen: Werder Bremen Endstand: 3:1 (Halbzeitstand: 1:1) Statistik |Historie
  1. FC Kaiserslauterngegen: Borussia Dortmund Endstand: 2:5 (Halbzeitstand: 1:3) Statistik |Historie
  Bayern Münchengegen: VfB Stuttgart Endstand: 2:0 (Halbzeitstand: 1:0) Statistik |Historie

Spielstand 28.04.2012

Rang VR Emblem Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (1) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund(M) 33 24 6 3 76:25 +51 78 CL
2 (2) Logo Bayern München Bayern München 33 22 4 7 73:21 +52 70 CL
3 (3) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 (P) 33 19 4 10 71:42 +29 61 CL
4 (4) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 33 16 9 8 46:24 +22 57 CLQ
5 (6) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 33 14 9 10 48:43 +5 51 EL
6 (5) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 33 14 8 11 60:44 +16 50 ELQ
7 (7) Logo Hannover 96 Hannover 96 33 11 12 10 39:44 -5 45  
8 (10) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 33 13 5 15 45:57 -12 44  
9 (8) Logo Werder Bremen Werder Bremen 33 11 9 13 47:55 -8 42  
10 (11) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 33 12 6 15 37:45 -8 42  
11 (9) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 33 10 11 12 40:44 -4 41  
12 (13) Logo SC Freiburg SC Freiburg 33 10 10 13 45:57 -12 40  
13 (12) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 33 9 12 12 47:48 -1 39  
14 (14) Logo Hamburger SV Hamburger SV 33 8 12 13 35:56 -21 36  
15 (15) Logo FC Augsburg FC Augsburg (N) 33 7 14 12 35:49 -14 35  
16 (16) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 33 8 6 19 38:71 -33 30 Ab-Rel
17 (17) Logo Hertha BSC Hertha BSC (N) 33 6 10 17 35:63 -28 28 Ab
18 (18) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern 33 4 11 18 23:52 -29 23 Ab


Vorschau 34. Spieltag
Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Sa, 05.05., 15:30h Hannover 96gegen: 1. FC Kaiserslautern -:- Historie
  Hertha BSCgegen: 1899 Hoffenheim -:- Historie
  Borussia Dortmundgegen: SC Freiburg -:- Historie
  FC Augsburggegen: Hamburger SV -:- Historie
  Werder Bremengegen: FC Schalke 04 -:- Historie
  1. FC Kölngegen: Bayern München -:- Historie
  VfB Stuttgartgegen: VfL Wolfsburg -:- Historie
  1. FC Nürnberggegen: Bayer 04 Leverkusen -:- Historie
  1. FSV Mainz 05gegen: Borussia Mönchengladbach -:- Historie