Seite 25. Spieltag

  1. FC Köln gegen: Hertha BSC Endstand:1:0 (Halbzeitstand:1:0)

Köln feiert Befreiungsschlag
Der 1. FC Köln erkämpfte sich in einer turbulenten Partie gegen Abstiegskonkurrenten Herta BSC den ersten Heimsieg des Jahres - gleich drei Spieler wurden dabei des Feldes verwiesen, unter anderem auch Lukas Podolski.
Lukas Podolski
Lukas Podolski mit Trainer Stale Solbakken, nachdem er die Rote Karte bekommen hat. (Bild: dpa)

KÖLN - Der 1. FC Köln hat den drohenden Sturz in die Gefahrenzone der Fußball-Bundesliga vorerst abgewendet. Beim 1:0 (1:0) über Hertha BSC feierte das Team
um den wechselwilligen Torjäger Lukas Podolski den ersten Heimsieg des Jahres. Nach zuletzt vier Partien ohne Erfolg sorgte Christian Clemens (36. Minute) vor
47 000 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion für den umjubelten Befreiungsschlag.
Allerdings avancierte nicht der Torschütze, sondern Schiedsrichter Guido Winkmann zum Hauptdarsteller: Nach den Roten Karten für die Kölner Mato Jajalo (67.)
und Podolski (76.) sowie der Gelb-Roten Karte für den Berliner Lewan Kobiaschwili (76.) ging das kampfbetonte Kellerduell mit nur 19 Spielern zu Ende. 
Aus der Überzahl schlugen die Berliner in der Schlussphase jedoch kein Kapital. Damit erwiesen sich ihre Hoffnungen auf einen stabilen Aufwärtstrend, die nach
dem Sieg über Bremen aufgekommen waren, als Wunschdenken. Im dritten Spiel unter der Regie von Trainer Otto Rehhagel gab es die zweite Niederlage. 
Das Comeback des zuletzt verletzten Angreifers Milivoje Novakovic und die Genesung des erkrankten Torjägers Podolski (Magen-Darm) machten den Kölnern
Hoffnung auf eine Trendwende. Schon nach sechs Minuten waren sie auf gutem Weg, ihre guten Vorsätze umzusetzen. Mit einem Schuss aus zwölf Metern
verfehlte Slawomir Peszko das Tor nur knapp. Dieser Angriff leitete eine Drangphase des FC ein, der sich ein deutliches Plus beim Ballbesitz erspielte.  
  Doch der fahrlässige Umgang mit Torchancen brachte Köln zunächst um den verdienten Lohn: Vor allem Novakovic zog sich den Ärger der FC-Fans zu, als er in der 27. Minute aus aussichtsreicher Position am Tor vorbeiköpfte. Erst der sehenswerte Treffer von Clemens sorgte für Erleichterung. Gegen dessen platzierten Schuss aus 12 Metern war auch der starke Berliner Keeper Thomas Kraft machtlos. Nur der Abschlusschwäche von Novakovic war es geschuldet, dass die Kölner nicht mit einer höheren Führung in die Pause gingen: Der Angreifer scheiterte fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff frei vor Kraft.  
Auch nach Wiederanpfiff stand Novakovic (53.) zunächst im Mittelpunkt. Seinen platzierten Kopfball lenkte Kraft mit großer Not an den Pfosten. Allerdings gaben nun auch die Berliner ihre Zurückhaltung auf. Ermutigt durch den Platzverweis für den eingewechselten Kölner Jajalo nach grobem Foulspiel drängten sie auf den Ausgleich.   Nach Rudelbildung und einer Auseinandersetzung zwischen Podolski und Kobiaschwili wurden auch die beiden Streithähne des Feldes verwiesen. In den folgenden hochdramatischen Minuten boten sich den Gästen große Möglichkeiten zum Ausgleich. Doch mit viel Glück und Geschick rettete Köln den Vorsprung über die Zeit. (dpa)

 

FC Köln gegen Hertha

Podolski als Leidtragender einer Rot-Orgie

Von Joachim Schmidt

 

KÖLN. Als Stale Solbakken nach dem Abpfiff wie von der Tarantel gestochen über das halbe Spielfeld mit geballten und in die Höhe gerissenen Fäusten vor die Südtribüne sprintete, konnte man um die Gesundheit des herzkranken Trainers fürchten. Doch das Gegenteil war nach dem 1:0 gegen die Berliner Hertha der Fall. "Das lag an dem aufgestauten Adrenalin. Ich brauchte ein Ventil. Und mein Herz ist okay. Wenn man neun Monate lang in Köln trainiert hat, hält das hier jeder Herzschrittmacher aus." Den trägt der Norweger, seit er wegen eines angeborenen Herzfehlers als 32-Jähriger im Training zusammengebrochen war. 

Für Menschen mit schwachem Herzen und ohne ein technisches Hilfsmittel, wie es Solbakken trägt, war das kölsche Kellerduell gegen Berlin Gift: Der Schiedsrichter gibt zu, nichts gesehen zu haben -
Solbakken schwärmt: Wie beim Rock-Konzert.
Vor der Pause glänzten die Gastgeber mit der wohl besten Saisonleistung, trafen aber nur einmal durch Christian Clemens (36.). Bis zur 62. Minute besaß Milivoje Novakovic noch zwei weitere von allein sechs Großchancen, wobei bei der besten der Ball von Berlins Torwart Thomas Kraft an den Pfosten gelenkt wurde (53,).

Dann aber übernahm Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken am Niederrhein die Regie. Nachdem er über eine Stunde lang in der verbissen geführten Partie mit zwei Verwarnungen ausgekommen war, zeigte er dem acht Minuten zuvor eingewechselten Mato Jajalo wegen eines Tritts gegen die linke Wade von Levan Kobiaschvili Rot. Fortan wurden der Unparteiische und die Berliner mit einem gellenden Pfeifkonzert vom Großteil der mehr als 48.000 Zuschauer bedacht. Auf dem Spielfeld nahm die Hektik zu und eskalierte, als Kobiashvili Gegenspieler Christian Eichner foulte.
Sofort kam es zu einer Rudelbildung, bei der der Schiedsrichter und sein ihm zu Hilfe eilender Linienrichter die Übersicht verloren. Schließlich zeigte Winkmann dem Berliner Kapitän die Gelbe Karte, und da es die zweite im Spiel war, folgte die Rote. Glatt Rot bekam zudem Lukas Podolski zu sehen. "Man kämpft ums Überleben. Da gehören Fouls und turbulente Szenen dazu. Aber wegen meinem Platzverweis muss der Schiri eine exklusive Meinung haben. Er sagte, ich hätte einen Gegenspieler am Hals gewürgt. Die Fernsehbilder zeigen aber, dass das nicht stimmt", erzählte Podolski. Die Aufnahmen entlasten den Kölner Torjäger nicht nur, sie zeigen vielmehr auch, dass Kobiashvili den Arm um Podolskis Hals legt und ihm ins linke Ohr greift.
 

Dennoch erdreistete sich der Ex-Kölner und jetzige Berliner Christian Lell zu dem Vorwurf: "Das war richtig link von Poldi. Aber jeder weiß ja, dass er gerne mal nachschlägt und einem auf die Füße tritt." Podolski konterte: "Es ist link von ihm, solche Behauptungen aufzustellen." 

Fast zwei Stunden nach Spielende gab der Schiedsrichter gegenüber einer kleinen Journalistenrunde zu: "Ich habe die Situation mit Podolski selbst nicht wahrgenommen. Mein Assistent berichtete mir, dass die Hand von Podolski Richtung Hals seines Gegenspielers ging. Er hat außerdem ein heftiges Trikotziehen und eine Kopfbewegung Richtung seines Gegenspielers gesehen." 

Dagegen nannte Solbakken den Platzverweis "eine große Fehlentscheidung". Auch Michael Rensing verstand die Entscheidung nicht: "Wenn einer glatt Rot sehen musste, dann Kobiashvili, weil er Podolski würgt." 

Das DFB-Sportgericht wird voraussichtlich morgen entscheiden. Während Jajalo für zwei oder drei Spiele gesperrt wird, könnte Podolski mit einem Spiel davon kommen. Einen Freispruch wird es kaum geben, da die Sportrichter die Schiedsrichter stets in Schutz nehmen. Doch bei allem Ärger über diese Fehlentscheidung jubelte Stale Solbakken: "Die Atmosphäre war großartig, wie bei einem Rock-Konzert. Das war Champions-League-Stimmung - Wahnsinn!"

1. FC Köln - Hertha BSC 1:0
K
öln: Rensing; Brecko, Sereno, Geromel, Eichner; Lanig(58. Jajalo), Riether; Clemens, Peszko (82. Roshi); Novakovic (68. McKenna), Podolski. -
Berlin: Kraft; Lell (80. Niemeyer), Hubnik, Janker, Bastians; Perdedaj, Kobiaschwilli; Torun (46. Ben-Hatira), Raffael, Rukavytsya; Lasogga (46. Ramos). -
SR: Winkmann. -
Zuschauer: 48 000.-
Tor: 1:0 Clemens (36.). -
Rote Karten: Jajalo wegen groben Foulspiels (66.), Podolski wegen unsportlichen Verhaltens (76.). -
Gelb-Rote Karte: Kobiaschwili wegen unsportlichen Verhaltens (76.). -
Gelbe Karten:
Peszko (6), Riether (6) - Torun (2), Lell (6), Hubnik (3).

Mannschaft des Tages


 

Einzelkritik  
Michael Rensing 1
Miso Brecko 2-
Henrique Sereno 2
Pedro Geromel 2
Christian Eichner 3
Christian Clemens 2-
Martin Lanig 3
Sascha Riether 3+
Slawomir Peszko 4
Lukas Podolski 2
Milivoje Novakovic 5
Mato Jajalo 5
Kevin McKenna 3
 


(Quelle: Kölnische Rundschau vom 10.03.2012)



Ergebnisse:

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 09.03., 20:30 h VfB Stuttgart gegen: 1. FC Kaiserslautern Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 15:30 h Borussia Mönchengladbach gegen: SC Freiburg Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 15:30 h 1. FSV Mainz 05 gegen: 1. FC Nürnberg Endstand:2:1 (Halbzeitstand:2:0) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 15:30 h 1. FC Köln gegen: Hertha BSC Endstand:1:0 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 15:30 h VfL Wolfsburg gegen: Bayer 04 Leverkusen Endstand:3:2 (Halbzeitstand:2:1) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 15:30 h Bayern München gegen: 1899 Hoffenheim Endstand:7:1 (Halbzeitstand:5:0) Statistik | Historie
Sa., 10.03., 18:30 h FC Augsburg gegen: Borussia Dortmund Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
So., 11.03., 15:30 h Werder Bremen gegen: Hannover 96 Endstand:3:0 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | Historie
So., 11.03., 17:30 h FC Schalke 04 gegen: Hamburger SV Endstand:3:1 (Halbzeitstand:3:1) Statistik | Historie

Stand 11.03.2012
Rang VR Emblem Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (1) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund (M) 25 17 5 3 52:16 +36 56 CL
2 (2) Logo Bayern München Bayern München 25 16 3 6 58:17 +41 51 CL
3 (3) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 25 14 6 5 37:15 +22 48 CL
4 (4) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 (P) 25 15 2 8 54:33 +21 47 CLQ
5 (5) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 25 11 7 7 38:32 +6 40 EL
6 (6) Logo Werder Bremen Werder Bremen 25 11 6 8 40:38 +2 39 ELQ
7 (7) Logo Hannover 96 Hannover 96 25 8 11 6 30:35 -5 35  
8 (8) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 25 9 6 10 41:33 +8 33  
9 (9) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 25 9 4 12 24:34 -10 31  
10 (11) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 25 9 4 12 31:46 -15 31  
11 (12) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 25 7 9 9 37:39 -2 30  
12 (10) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 25 7 9 9 28:35 -7 30  
13 (14) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 25 8 4 13 32:46 -14 28  
14 (13) Logo Hamburger SV Hamburger SV 25 6 9 10 29:45 -16 27  
15 (16) Logo FC Augsburg FC Augsburg (N) 25 4 11 10 25:39 -14 23  
16 (15) Logo Hertha BSC Hertha BSC (N) 25 5 8 12 26:41 -15 23 Ab-Rel
17 (17) Logo SC Freiburg SC Freiburg 25 5 7 13 30:52 -22 22 Ab
18 (18) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern 25 3 11 11 16:32 -16 20 Ab

Vorschau 26. Spieltag:
Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 16.03., 20:30 h 1899 Hoffenheim gegen: VfB Stuttgart -:- Historie
Sa., 17.03., 15:30 h Hamburger SV gegen: SC Freiburg -:- Historie
Sa., 17.03., 15:30 h Borussia Dortmund gegen: Werder Bremen -:- Historie
Sa., 17.03., 15:30 h Bayer 04 Leverkusen gegen: Borussia Mönchengladbach -:- Historie
Sa., 17.03., 15:30 h FC Augsburg gegen: 1. FSV Mainz 05 -:- Historie
Sa., 17.03., 15:30 h 1. FC Nürnberg gegen: VfL Wolfsburg -:- Historie
Sa., 17.03., 18:30 h Hertha BSC gegen: Bayern München -:- Historie
So., 18.03., 15:30 h 1. FC Kaiserslautern gegen: FC Schalke 04 -:- Historie
So., 18.03., 17:30 h Hannover 96 gegen: 1. FC Köln -:- Historie


Restprogramm:
27. Spieltag, So., 25.03., 17.30 h            1. FC Köln gegen: Borussia Dortmund
28. Spieltag, Sa., 31.03., 15:30 h.           FC Augsburg gegen: 1. FC Köln
29. Spieltag, Sa., 07.04., 15:30 h            1. FC Köln gegen: Werder Bremen
30. Spieltag, Di., 10.04., 20:00 h            1. FSV Mainz 05 gegen: 1. FC Köln
31. Spieltag, So., 15.04., 15:30 h            Borussia Mönchengladbach gegen: 1. FC Köln
32. Spieltag, Sa., 21.04., 15:30 h            1. FC Köln gegen: VfB Stuttgart
33. Spieltag, Sa., 28.04., 15:30 h            SC Freiburg gegen: 1. FC Köln
34. Spieltag, Sa., 05.05., 15:30 h            1. FC Köln gegen: Bayern München