Seite 22.Spieltag

 1. FC Nürnberg gegen: 1. FC KölnEndstand:2:1 (Halbzeitstand:1:0)

1. FC Köln verliert in Nürnberg
Der 1. FC Köln hat in Nürnberg mit 1:2 verloren. In der kampfbetonten Partie ging der Club nach einer halben Stunde in Führung. Die Geißböcke bliesen nach Wiederanpfiff zum Angriff und egalisierten zunächst - doch dann wieder der Schock kurz vor Schluss.
Köln vs. Nürnberg
Schiedsrichter Christian Dingert (r.) beobachtet einen Zweikampf zwischen dem Nürnberger Hanno Balitsch (2.v.l.)
und dem Kölner Pedro Geromel. (Bild: dpa)

NÜRNBERG - Der 1. FC Nürnberg hat sich seiner größten Abstiegssorgen erst einmal entledigt. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Auftritten in der Fußball-Bundesliga schlugen die Franken den 1. FC Köln am Samstag verdient mit 2:1 (1:0). 
Im Abstiegsduell vor 38.101 Zuschauern sicherten Wirbelwind Alexander Esswein (28. Spielminute) und Stoßstürmer Tomas Pekhart (85.) dem FCN drei Punkte. Zwischenzeitlich hatte Milivoje Novakovic (66.) ausgeglichen. Der „Club“ hat seinen Vorsprung auf die Abstiegsränge damit deutlich ausgebaut, sich ins hintere Tabellenmittelfeld abgesetzt - und auch Köln überholt. (dpa) 


Ankunft im Abstiegskampf
Von Joachim Schmidt

Schritt für Schritt in den Tabellenkeller hinab - die Profis des 1. FC Köln sind in der ihnen so wohl vertrauten
Umgebung angelangt. Statt sich nach oben zu orientieren, haben sie in Nürnberg eine Pleite kassiert.
Michael Rensing

Einer der wenigen mit Normalform bei der Begegnung in Nürnberg war FC-Schlussmann Michael Rensing. (Foto: dpa)


NÜRNBERG. Schritt für Schritt in den Tabellenkeller hinab - die Profis des l. FC Köln sind in der ihnen so wohl vertrauten Umgebung ange­langt. Statt sich nach oben zu orientieren, haben sie in Nürnberg, wie schon zuvor gegen den HSV, gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt weiteren Boden verloren. Während Torwart Michael Rensing von der Ankunft im Abstiegskampf sprach, wollte Stale Solbakken nicht auf die Tabelle schauen.Stattdessen versuchte der Trainer Gründe für das 1:2 im Frankenland anzuführen. Man habe Schwierigkeiten mit Automatismen und Qualität in der Offensive gehabt; Angst, fehlendes Selbstvertrauen und Glück seien im Spiel gewesen, weshalb man das Risiko gescheut habe; am Ende habe die Müdigkeit eine bessere Ballkontrolle verhindert und den Nürnberger Siegtreffer begünstigt.Das angesprochene konditionelle Manko - sowohl körperlich als auch geistig - kostete den FC mindestens bereits den dritten Punkt in der Rückrunde. Diesmal musste man das gegnerische Siegtor durch Tomas Pekhart in der 85. Minute hinnehmen. Gegen den HSV kassierte man es in der 88. und in Wolfsburg in der 79. Spielminute. Da man zudem gegen Schalke auch in der Schlussviertelstunde auf die Verliererstraße geriet, erübrigt es sich inzwischen, von Zufällen zu sprechen.Hauptgrund für den Leistungsabfall dürfte erneut die hohe Zahl von Ballverlusten gewesen sein. Mit 30 Prozent lag die Fehlpassquote ähnlich hoch wie gegen den HSV (32 Prozent). Zudem wurden nur 44 Prozent der Zweikämpfe gewonnen und waren die Kölner lauffaul (sieben Kilometer weniger zurückgelegt als die Nürnberger). Dass die Gäste mit 0: l in die Pause gingen, war verdient. Nur eine Chance hatte sich ihnen durch Milivoje Novakovic geboten, als er in seinem 100. Bundesligaspiel Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer in dessen 400. Partie für den Club in die Arme köpfte. Dagegen verhinderten Michael Rensing und Kevin McKenna einen höheren Rückstand als den durch Alexander Esswein (28.), der nach einer Ecke traf. Es war Kölns 15. Gegentreffer nach einer Standardsituation - Negativwert der Liga.Dennoch eröffnete sich der Mannschaft durch Novakovic' 1:1 (66.) nach schöner Vorarbeit von Christian Clemens und Odise Roshi die Chance auf einen Teilerfolg. Sogar die Führung war möglich, als Mato Jajalo nach erneut von Clemens eingeleitetem Gegenangriff (79.) frei zum Schuss kam. Doch der wieder völlig indiskutabel agierende Offensivspieler scheiterte an Schäfer. Was folgte, war ein wiederholter Aussetzer bei Abwehrchef Geromel, der Pekhart zum Sieg einköpfen ließ. „Bei ihm geht es auf und ab in dieser Saison", ärgerte sich der Trainer.Im Hinblick auf das bezeichnenderweise noch nicht ausverkaufte Derby am Samstag gegen Bayer 04 ist die Situation beim FC furchterregend. Erfolgserlebnisse fehlen ebenso wie ein halbes Dutzend Stammkräfte. Der schmerzhaft vermisste Lukas Podolski dürfte kaum zurückkehren. Nach seinen ersten Laufversuchen besitzt er nicht die Fitness, und Solbakken warnte: „Wir dürfen ihn nicht zu früh fordern und ihn der Gefahr eines neuen Bänderrisses ' aussetzen." Dann verabschiedete sich nach Ammar Jemal und Kevin Pezzoni mit Henrique Sereno der dritte Abwehrspieler mit Adduktorenproblemen. Zudem sind Miso Brecko und Slawomir Peszko nach der jeweils fünften Gelben Karte gesperrt.
Für den heutigen Rosenmontag hat der Trainer ein freiwilliges Training angesetzt. Danach dürfen sich die Spieler den Rosenmontagszug anschauen, „weil es böser ist, als zuhause rumzusitzen". Aber jeder solle die Grenzen kennen, meinte Solbakken.

Nürnberg - 1. FC Köln 2:1
N
ürnberg: Raphael Schäfer; Feulner, Maroh, Wollscheid, Hlousek; Balitsch (76. Frantz), Simons; Chandler(82. Eigler), Hegeler (68. Didavi), Esswein; Pekhart.
K
öln: Rensing; Brecko, McKenna, Geromel, Sereno (37. Eichner); Lanig (87. Ishak), Jajalo, Riether, Clemens; Peszko (64. Roshi), Novakovic. -
SR: Dingert. -
Zuschauer: - 38 101. -
Tore: 1:0 Esswein (28.),1:1 Novakovic(66.),2:1 Pekhart (85.).-
Gelbe Karten: Hlousek, Raphael Sch
äfer (2), Simons (3); Peszko(5), Brecko(5), Roshi (2).




Einzelkritik 
Michael Rensing2-
Miso Brecko5
Kevin McKenna4
Pedro Geromel5-
Henrique Sereno4-
Sascha Riether5
Martin Lanig5
Mato Jajalo5
Christian Clemens3-
Milivoje Novakovic4-
Slawomir Peszko5
Christian Eichner4
Odise Roshi 3-


Ergebnisse: 
TerminBegegnungErgebnisInformationen
Fr., 17.02., 20:30 h1899 Hoffenheim gegen: 1. FSV Mainz 05Endstand:1:1 (Halbzeitstand:1:1)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 15:30 h1. FC Nürnberg gegen: 1. FC KölnEndstand:2:1 (Halbzeitstand:1:0)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 15:30 hHertha BSC gegen: Borussia DortmundEndstand:0:1 (Halbzeitstand:0:0)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 15:30 h1. FC Kaiserslautern gegen: Borussia MönchengladbachEndstand:1:2 (Halbzeitstand:0:2)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 15:30 hBayer 04 Leverkusen gegen: FC AugsburgEndstand:4:1 (Halbzeitstand:1:0)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 15:30 hHamburger SV gegen: Werder BremenEndstand:1:3 (Halbzeitstand:0:2)Statistik | Historie
Sa., 18.02., 18:30 hSC Freiburg gegen: Bayern MünchenEndstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0)Statistik | Historie
So., 19.02., 15:30 hFC Schalke 04 gegen: VfL WolfsburgEndstand:4:0 (Halbzeitstand:2:0)Statistik | Historie
So., 19.02., 17:30 hHannover 96 gegen: VfB StuttgartEndstand:4:2 (Halbzeitstand:2:0)Statistik | Historie

Spielstand 19.02.2012
RangVREmblemVereinSpSUNTTDPQuali
1(1)Logo Borussia DortmundBorussia Dortmund (M)22154347:14+3349CL
2(3)Logo Borussia MönchengladbachBorussia Mönchengladbach22144436:13+2346CL
3(2)Logo Bayern MünchenBayern München22143549:14+3545CL
4(4)Logo FC Schalke 04FC Schalke 04 (P)22142650:28+2244CLQ
5(5)Logo Werder BremenWerder Bremen22106637:36+136EL
6(6)Logo Bayer 04 LeverkusenBayer 04 Leverkusen2297632:29+334ELQ
7(7)Logo Hannover 96Hannover 9622810427:27034 
8(8)Logo VfL WolfsburgVfL Wolfsburg22831127:42-1527 
9(9)Logo VfB StuttgartVfB Stuttgart22751033:32+126 
10(11)Logo 1899 Hoffenheim1899 Hoffenheim2268824:26-226 
11(10)Logo Hamburger SVHamburger SV2268827:37-1026 
12(14)Logo 1. FC Nürnberg1. FC Nürnberg22741121:32-1125 
13(13)Logo 1. FSV Mainz 051. FSV Mainz 052259830:36-624 
14(12)Logo 1. FC Köln1. FC Köln22731230:43-1324 
15(15)Logo Hertha BSCHertha BSC (N)22481025:37-1220 
16(16)Logo 1. FC Kaiserslautern1. FC Kaiserslautern22391016:28-1218Ab-Rel
17(17)Logo FC AugsburgFC Augsburg (N)22391020:37-1718Ab
18(18)Logo SC FreiburgSC Freiburg22461227:47-2018Ab

Vorschau 23. Spieltag
TerminBegegnungErgebnisInformationen
Fr., 24.02., 20:30 hBorussia Mönchengladbach gegen: Hamburger SV-:-Historie
Sa., 25.02., 15:30 h1. FC Köln gegen: Bayer 04 Leverkusen-:-Historie
Sa., 25.02., 15:30 hVfB Stuttgart gegen: SC Freiburg-:-Historie
Sa., 25.02., 15:30 h1. FSV Mainz 05 gegen: 1. FC Kaiserslautern-:-Historie
Sa., 25.02., 15:30 hVfL Wolfsburg gegen: 1899 Hoffenheim-:-Historie
Sa., 25.02., 15:30 hFC Augsburg gegen: Hertha BSC-:-Historie
Sa., 25.02., 18:30 hWerder Bremen gegen: 1. FC Nürnberg-:-Historie
So., 26.02., 15:30 hBayern München gegen: FC Schalke 04-:-Historie
So., 26.02., 17:30 hBorussia Dortmund gegen: Hannover 96-:-Historie

 

 


KÖLN - NÜRNBERG. Schritt für Schritt in den Tabellenkeller hinab - die Profis des 1. FC Köln sind in der ihnen so wohl vertrauten Umgebung angelangt. Statt sich nach oben zu orientieren, haben sie in Nürnberg, wie schon zuvor gegen den HSV, gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt weiteren Boden verloren. Während Torwart Michael Rensing von der Ankunft im Abstiegskampf sprach, wollte Stale Solbakken nicht auf die Tabelle schauen.  
Stattdessen versuchte der Trainer Gründe für das 1:2 im Frankenland anzuführen. Man habe Schwierigkeiten mit Automatismen und Qualität in der Offensive gehabt; Angst, fehlendes Selbstvertrauen und Glück seien im Spiel gewesen, weshalb man das Risiko gescheut habe; am Ende habe die Müdigkeit eine bessere Ballkontrolle verhindert und den Nürnberger Siegtreffer begünstigt.  
Das angesprochene konditionelle Manko - sowohl körperlich als auch geistig - kostete den FC mindestens bereits den dritten Punkt in der Rückrunde. Diesmal musste man das gegnerische Siegtor durch Tomas Pekhart in der 85. Minute hinnehmen. Gegen den HSV kassierte man es in der 88. und in Wolfsburg in der 79. Spielminute. Da man zudem gegen Schalke auch in der Schlussviertelstunde auf die Verliererstraße geriet, erübrigt es sich inzwischen, von Zufällen zu sprechen.  
Hauptgrund für den Leistungsabfall dürfte erneut die hohe Zahl von Ballverlusten gewesen sein. Mit 30 Prozent lag die Fehlpassquote ähnlich hoch wie gegen den HSV (32 Prozent). Zudem wurden nur 44 Prozent der Zweikämpfe gewonnen und waren die Kölner lauffaul (sieben Kilometer weniger zurückgelegt als die Nürnberger). Dass die Gäste mit 0:1 in die Pause gingen, war verdient. Nur eine Chance hatte sich ihnen durch Milivoje Novakovic geboten, als er in seinem 100. Bundesligaspiel Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer in dessen 400. Partie für den Club in die Arme köpfte. Dagegen verhinderten Michael Rensing und Kevin McKenna einen höheren Rückstand als den durch Alexander Esswein (28.), der nach einer Ecke traf. Es war Kölns 15. Gegentreffer nach einer Standardsituation -
Negativwert der Liga.  
Dennoch eröffnete sich der Mannschaft durch Novakovic' 1:1 (66.) nach schöner Vorarbeit von Christian Clemens und Odise Roshi die Chance auf einen Teilerfolg. Sogar die Führung war möglich, als Mato Jajalo nach erneut von Clemens eingeleitetem Gegenangriff (79.) frei zum Schuss kam. Doch der wieder völlig indiskutabel agierende Offensivspieler scheiterte an Schäfer. Was folgte, war ein wiederholter Aussetzer bei Abwehrchef Geromel, der Pekhart zum Sieg einköpfen ließ. "Bei ihm geht es auf und ab in dieser Saison",
ärgerte sich der Trainer.  
Im Hinblick auf das bezeichnenderweise noch nicht ausverkaufte Derby am Samstag gegen Bayer 04 ist die Situation beim FC furchterregend. Erfolgserlebnisse fehlen ebenso wie ein halbes Dutzend Stammkräfte. Der schmerzhaft vermisste Lukas Podolski dürfte kaum zurückkehren. Nach seinen ersten Laufversuchen besitzt er nicht die Fitness, und Solbakken warnte: "Wir dürfen ihn nicht zu früh fordern und ihn der Gefahr eines neuen Bänderrisses aussetzen." Dann verabschiedete sich nach Ammar Jemal und Kevin Pezzoni mit Henrique Sereno der dritte Abwehrspieler mit Adduktorenproblemen. Zudem sind Miso Brecko und Slawomir Peszko nach der jeweils fünften Gelben Karte gesperrt.   Für den heutigen Rosenmontag hat der Trainer ein freiwilliges Training angesetzt. Danach dürfen sich die Spieler den Rosenmontagszug anschauen, "weil es besser ist, als zuhause rumzusitzen". Aber jeder solle die Grenzen kennen, meinte Solbakken.

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 20.02.2012)

 

 

Michael Rensing
FC-Keeper Michael Rensing konnte die Niederlage nicht abwenden. (Bild: dpa)