Seite 16. Spieltag

1.FC Köln-Freiburg 4:0

Bei Köln dreht sich alles nur um einen
Podolski hat die Qual der Wahl
Trainer Stale Solbakken und Sportdirektor Volker Finke spotteten im Überschwang der Gefühle über das Interesse von Schalke 04 - doch der Superstar selbst ließ seinen Lieblingsklub im Kampf um eine Vertragsverlängerung erst einmal abblitzen. "Dann muss ich eben in der 2. Mannschaft spielen oder setz' mich auf die Tribüne", sagte Lukas Podolski nach seiner erneuten Galavorstellung beim 4:0 (1:0) gegen den SC Freiburg und konterte damit Finke.
Kölns Lukas Podolski jubelt; Rechte: dpa
Wieder einmal eine Galavorstellung - Kölns Lukas Podolski jubelt

Der Sportdirektor hatte noch einmal versichert, "mit Lukas auf keinen Fall in die neue Saison zu gehen, ohne mit ihm zu verlängern" und damit versucht, den Nationalspieler unter Druck zu setzen. Doch den beeinflussen die zahlreichen Gerüchte um seine Zukunft offenbar gar nicht. Zum wiederholten Male war Podolski der Mann des Spiels, zum fünften Mal traf er am 15. Spieltag doppelt (61./73.), mit 13 Toren hat er schon vor Ende der Hinrunde seinen persönlichen Bundesliga-Rekord aus dem Vorjahr eingestellt.
Kein Wunder, dass die Interessenten Schlange stehen. Und in Köln empfindet man die emotionale Diskussion um die Zukunft des "Prinzen" schon als unendliche Geschichte - obwohl die internen Gespräche noch gar nicht richtig begonnen haben. Dass unter der Woche Schalke 04 durch Aussagen von Sportdirektor Horst Heldt und Klub-Chef Clemens Tönnies Interesse an Podolski bekundete, rang dem Spieler, seinem Trainer und dem Sportdirektor aber nur ein müdes Lächeln ab.
"Wenn Lukas gehen sollte, kann er sicher zu einem besseren Verein gehen als zu Schalke", sagte Solbakken mit einem breiten Schmunzeln. Finke geißelte das Vorpreschen der Gelsenkirchener ohne es so zu nennen als Wichtigtuerei. "Hauptsache, man ist im Gespräch", sagte er: "Wenn Heldt sagt, dass sie weder mit dem Verein noch mit dem Spieler Kontakt aufgenommen haben, zeigt das doch, um was für ein Interesse es geht."


FC muss Podolski den roten Teppich ausrollen
Auch Podolski, an dem auch zahlreiche ausländische Klubs wie der FC Arsenal Interesse haben sollen, meinte, es werde "immer Vereine geben, die sich nach vorne drängen. Das kann ich nicht beeinflussen, und das muss ich auch nicht ständig kommentieren".
Beim FC muss man Podolski angesichts der aktuellen Leistungen jedenfalls den roten Teppich ausrollen - von seinem Standing bei den Fans, die den vermeintlichen Nebenbuhler während des gesamten Spiels mit "Scheiße 04"-Gesängen verspotteten, ganz zu schweigen. "Lukas ist ein Weltklassespieler und absolviert gerade das beste Halbjahr seiner Karriere", sagte Solbakken und setzt ebenfalls auf die Fans als entscheidenden Faktor: "Lukas hat gesagt, dass er das erste Gespräch mit uns führen wird. Er hat ein Herz für den FC, und deshalb denke ich, dass wir ihn halten können."

"Natürlich liebe ich die FC-Fans. Das ist seit meinem ersten Jugendspiel so und wird immer so bleiben", meinte der Umworbene selbst, ohne über einen möglichen Einfluss auf seine Entscheidung zu sprechen. Doch auch die Mitspieler setzen sich trotz der möglichen Millionen-Einnahme für den Verein klar für einen Verbleib ihres begabtesten Kollegen ein. "Der Verein muss wissen, was wichtiger ist: viel Geld oder Poldi. Ich bin natürlich für Poldi", sagte Torhüter Michael Rensing.

Podolskis Fürsorge um Clemens
Zweiter Matchwinner gegen die Freiburger war übrigens Christian Clemens, ein von Podolski stets väterlich gefördertes Eigengewächs. "Er ist immer ein bisschen schlafmützig, man muss ihn immer motivieren", sagte Podolski nach den beiden Toren des Mittelfeldspielers (19./66.) und ergänzte mit Blick auf dessen direkt verwandelten Eckball: "Ich habe ihm schon mal zu seinem ersten Tor des Monats gratuliert. Jetzt braucht er nur noch zehn, um mich einzuholen."
Den Freiburgern war angesichts des Sturzes auf den letzten Tabellenplatz nicht zum Spaßen zumute. "Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe", meinte Mittelfeldspieler Johannes Flum. Da im letzten Spiel des Jahres Meister Borussia Dortmund kommt, droht das Überwintern als Letzter. "Die Tabelle zählt nur an einem einzigen Spieltag", meinte Trainer Marcus Sorg: "Und zwar am letzten."


4:0-Sieg
1. FC Köln schießt Freiburg ab
Der 1. FC Köln hat sein Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 4:0 gewonnen. Die tiefstehende Elf
von FC-Trainer Stale Solbakken konterte gegen umständlich agierende Breisgauer eiskalt:
Lukas Podolski und Christian Clemens erzielten die Tore.

Lukas Podolski 
Einmal mehr stärkster Akteur des 1. FC Köln: Lukas Podolski. (Bild: dpa) 

KÖLN - Unbeeindruckt von den Wechselgerüchten um Stürmerstar Lukas Podolski hat der 1. FC Köln mit dem 4:0 (1:0) gegen den SC Freiburg den Mittelfeldplatz in der Fußball-Bundesliga gefestigt.
Vor 44.500 Zuschauern erzielten Christian Clemens (20./66. Minute) und der umworbene Podolski (61./73)
die Tore. Podolski erhöhte seine Erfolgsquote damit schon auf 13 Treffer. Für die auf den letzten Tabellenplatz abgerutschten Freiburger ging damit eine Serie von vier Partien ohne Niederlage zu Ende.

Das nächste Heimspiel für Köln steht am Dienstag gegen Mainz 05 an. Diese Partie war am 19. November wegen des Suizidversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati abgesagt worden. (dpa)

Clemens wird in den Himmel gehoben
Von Joachim Schmidt
FC Köln
Den "Bub", so wird Christian clemens genannt, schulterte Lukas Podolski problemnlos.

KÖLN - Oft sind es wenige Kleinigkeiten, die ein Fußballspiel entscheiden - selbst wenn es ein deutliches Ergebnis wie das 4:0 zwischen dem 1. FC Köln
und dem SC Freiburg nicht so erscheinen lässt. Drei Entscheidungen waren es, die den Spielausgang letztlich zugunsten der Hausherren beeinflussten.
Da war in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Kopfball von Freiburgs Torjäger Papiss Demba Cissé, der neben statt ins FC-Gehäuse ging. Umgekehrt
gelang Lukas Podolski nach einer Stunde mit einem kunstvollen Volleyschuss die Vorentscheidung zum 2:0. Und dann war da noch Christian Clemens,
dem wie Poldi zwei Treffer gelangen, obwohl sein Einsatz ungewiss gewesen war. "Weil er in Stuttgart nicht so gut gespielt hatte, habe ich überlegt,
ihn nicht in die Startelf zu nehmen. Dass ich es dann doch getan habe, war eine gute Entscheidung", klopfte sich FC-Trainer Stale Solbakken nach der
Partie verbal mit scherzhaftem Unterton selbst auf die Schultern.
Nach 20 Minuten hatte Clemens die Hausherren nach einem Diagonalpass von Podolski und einer Kopfballvorlage von Slawomir Peszko in Führung gebracht.
Bereits nach 110 Sekunden hätte Podolski diese Führung erzielen können, doch sein Heber aus rund 30 Metern über den herausgelaufenen Torwart Oliver
Baumann landete auf der Latte.
In der 66. Minute folgte schließlich die große Stunde des kleinen, von den Kollegen "Bub" genannten, Christian Clemens. Der verstolperte zunächst noch nach
Podolski-Pass in aussichtsreicher Position, holte sich aber einen Eckball heraus. Den drehte das Kölner Eigengewächs dann von links in den entfernten Winkel
des Freiburger Tores.
"Danach habe ich ihm zum Tor des Monats gratuliert", meinte Podolski, der den Kollegen auf seine Schultern nahm. Das tat auch gut zehn Minuten später der Trainer,
als er Clemens unter dem stehend vorgetragenen Applaus des Publikums auswechselte, und ihn wie eine Trophäe hoch reckte und herum zeigte. Das, so der
Norweger, habe er gemacht, weil er das Gefühl habe, dass dies den 20-Jährigen zusätzlich aufbauen könne.
Der gab sich bescheiden wie fast immer, sprach davon, sich in den Dienst der Mannschaft gestellt zu haben und gab zu, dass er den Ball nicht direkt habe verwandeln
 wollen. "Eigentlich sollte es eine Kopfballvorlage für einen Mitspieler werden. Und dann war der Ball auf einmal drin", war Christian Clemens selbst am meisten
verwundert.
Nicht dagegen Lukas Podolski. "Ich sage ihm immer wieder, dass er viel fußballerisches Potenzial besitzt. Er muss es nur zeigen." Sein Problem sei, dass er etwas schlafmützig daherkomme. Deshalb müsse man versuchen, ihn aufzuwecken und zu stärken.
Das hat Publikumsliebling Podolski nicht nötig. Er sprühte vor Einsatzfreude, jagte dem Ball nach wie ein Windhund dem falschen Hasen. Sein Engagement bescherte
ihm auch das 4:0 (69.), als er den Ball an drei Gegnern vorbei ins Tor stocherte. Es war sein fünfter Doppelpack in dieser Saison - für Clemens der erste seit seiner Schülerzeit -, sein 13. Treffer im 14. Spiel, womit er seinen Erstligarekord aus dem Vorjahr egalisierte. "Am Dienstag gegen Mainz versuche ich es wieder genau so zu machen, obwohl ich diesmal noch ein weiteres Tor hätte machen müssen. Die 20 Punkte, die wir bis jetzt schon haben, sind für unsere Ambitionen ja sehr gut.
Aber 23 wären natürlich eine noch bessere Ausgangslage vor dem Hinrundenfinale am Freitag in München", blickte Podolski nach vorne.
Bei aller Freude über den hohen Kölner Sieg war einer im FC-Tross letztlich traurig, dass nicht noch der Treffer zum 5:0 gelungen war. "Das hätte doch prima zu meinem Geburtstag gepasst", meinte Assistenztrainer Brad Wiggen, der tags zuvor 50 Jahre alt geworden war und deshalb viel Besuch aus der norwegischen Heimat bekommen hatte.

Köln: Rensing; Brecko, Geromel, Jemal, Sereno; Lanig, Riether (79. Matuschyk); Clemens (78. Freis), Jajalo, Peszko (70. Eichner); Podolski
Freiburg: Baumann; Schmid, Krmas, Butscher, Bastians; Schuster; Putsila (85. Abdessadki), Flum, Makiadi, Rosenthal (63. Reisinger); Cisse
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb) 
Zuschauer: 44 500
Tore: 1:0 Clemens (20.), 2:0 Podolski (61.), 3:0 Clemens (66.), 4:0 Podolski (73.) 
Gelbe Karten:
Sereno (4); Bastians, Schuster (5).




Einzelkritik  
Michael Rensing 2
Miso Brecko 3-
Pedro Geromel 2
Ammar Jemal 3+
Henrique Sereno 4
Martin Lanig 2-
Sascha Riether 3+
Christian Clemens 1
Mato Jajalo 3-
Slawomir Peszko 2
Lukas Podolski 1
Christian Eichner 3



(Quelle: Kölnische Rundschau vom 12.12.2011)
 

 

Ergebnisse

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 09.12., 20:30 h Hertha BSC gegen: FC Schalke 04 Endstand:1:2 (Halbzeitstand:1:2) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 15:30 h 1. FC Nürnberg gegen: 1899 Hoffenheim Endstand:0:2 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 15:30 h Werder Bremen gegen: VfL Wolfsburg Endstand:4:1 (Halbzeitstand:2:0) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 15:30 h FC Augsburg gegen: Borussia Mönchengladbach Endstand:1:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 15:30 h 1. FSV Mainz 05 gegen: Hamburger SV Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 15:30 h 1. FC Köln gegen: SC Freiburg Endstand:4:0 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | Historie
Sa., 10.12., 18:30 h Hannover 96 gegen: Bayer 04 Leverkusen Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | Historie
So., 11.12., 15:30 h Borussia Dortmund gegen: 1. FC Kaiserslautern Endstand:1:1 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | Historie
So., 11.12., 17:30 h VfB Stuttgart gegen: Bayern München Endstand:1:2 (Halbzeitstand:1:1) Statistik | Historie

Stand 11.12.2011

Rang VR Emblem Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (1) Logo Bayern München Bayern München 16 11 1 4 40:10 +30 34 CL
2 (2) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund (M) 16 9 4 3 31:11 +20 31 CL
3 (4) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 (P) 16 10 1 5 33:22 +11 31 CL
4 (3) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 16 9 3 4 24:11 +13 30 CLQ
5 (5) Logo Werder Bremen Werder Bremen 16 9 2 5 30:26 +4 29 EL
6 (6) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 16 7 5 4 22:19 +3 26 ELQ
7 (7) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 16 6 4 6 23:19 +4 22  
8 (8) Logo Hannover 96 Hannover 96 16 5 7 4 19:23 -4 22  
9 (10) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 16 6 3 7 18:18 0 21  
10 (12) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 15 6 2 7 26:31 -5 20  
11 (9) Logo Hertha BSC Hertha BSC (N) 16 4 7 5 23:25 -2 19  
12 (11) Logo Hamburger SV Hamburger SV 16 4 6 6 20:26 -6 18  
13 (14) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 15 4 5 6 21:27 -6 17  
14 (13) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 16 5 2 9 22:34 -12 17  
15 (16) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern 16 3 6 7 12:20 -8 15  
16 (15) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 16 4 3 9 14:28 -14 15 Ab-Rel
17 (18) Logo FC Augsburg FC Augsburg (N) 16 3 5 8 14:27 -13 14 Ab
18 (17) Logo SC Freiburg SC Freiburg 16 3 4 9 20:35 -15 13 Ab

Vorschau 17. Spieltag

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 16.12., 20:30 h Bayern München gegen: 1. FC Köln -:- Historie
Sa., 17.12., 15:30 h VfL Wolfsburg gegen: VfB Stuttgart -:- Historie
Sa., 17.12., 15:30 h 1899 Hoffenheim gegen: Hertha BSC -:- Historie
Sa., 17.12., 15:30 h Bayer 04 Leverkusen gegen: 1. FC Nürnberg -:- Historie
Sa., 17.12., 15:30 h SC Freiburg gegen: Borussia Dortmund -:- Historie
Sa., 17.12., 15:30 h Hamburger SV gegen: FC Augsburg -:- Historie
Sa., 17.12., 18:30 h FC Schalke 04 gegen: Werder Bremen -:- Historie
So., 18.12., 15:30 h 1. FC Kaiserslautern gegen: Hannover 96 -:- Historie
So., 18.12., 17:30 h Borussia Mönchengladbach gegen: 1. FSV Mainz 05 -:- Historie