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1. FC Köln an Duisburg gescheitert

Von Joachim Schmidt

Der 1. FC Köln ist gegen den Zweitligisten MSV Duisburg im Achtelfinale des DFB-Pokals mit 1:2 ausgeschieden. Über weite Strecken des Spiels boten die Geißböcke eine erschreckend schwache Leistung. Das späte Anschlusstor reichte nicht mehr.

 

Die Duisburger feiern das 2:0, die Vorentscheidung. FC-Profi Adam Matuschyk schaut dem Jubel der "Zebras" zu. (Bild: dpa) 



Den obligatorischen Gang zu den eigenen Fans auf der Südtribüne brachen die Profis des 1. FC Köln an der Strafraumgrenze ab. Näher heran trauten sie sich nicht angesichts der gellenden Pfiffe, die ihnen ins Gesicht bliesen. Maßlos enttäuscht angesichts der spielerisch uninspirierten und defensiv schwachen Vorstellung ihrer Mannschaft, machten die Fans nach dem 1:2 (0:1)-Pokal-K.o. gegen Zweitligist Duisburg seinem Unmut Luft. Zuvor hatte der Anhang mit einem Transparent den Rücktritt des Präsidiums gefordert, um den Weg für eine professionelle Zukunft, wie es hieß, freizumachen.

„Das war ein schwarzer Abend für uns. Ich bin sehr enttäuscht, über die Leistung meiner Mannschaft. Vor allem vor der Pause fand sie kein Mittel gegen das Spiel der Duisburger. Die waren sehr homogen, haben verdient gewonnen und sind zurecht ins Viertelfinale eingezogen“, sagte Frank Schaefer.

So blieb dem vom Abstieg bedrohten Bundesligisten der erhoffte positive Jahresabschluss verwehrt. Sollte die Partie zukunftsweisend gewesen sein, dann müssen die Kölner Anhänger sich auf noch stürmerische Zeiten in der Rückrunde einstellen.

Ideenloses FC-Spiel nach vorne

Mit zehnminütiger Verspätung war die Partie wegen des großen Andrangs angepfiffen worden. Dennoch standen immer noch Zuschauer vor der Arena, als den Gästen die Führung gelang. Nach einem vom Ex-Kölner Ivica Grlic getretenen Eckball sprang der 2,02 Meter lange Stefan Maierhofer höher als der neben ihm stehende Martin Lanig und köpfte ein. Den Österreicher, der sich vor Jahren in der Reserve des FC Bayern nicht durchsetzen konnte, liehen die Duisburger zum Saisonbeginn von den Wolverhampton Wanderers aus.

Die Kölner Antwort auf den schnellen Rückstand waren ungestüm vorgetragene Angriffe. Dabei bot sich Lanig in der 5. und 11. Minute die Chance, seinen Fehler zu korrigieren. Doch der erste Kopfball ging vorbei, den zweiten setzte er genau auf MSV-Torwart David Yelldell.

Trotz aller Bemühungen zeigten sich die Gastgeber recht ideenlos bei ihren hektisch vorgetragenen Angriffsversuchen. Zumal sie, vor allem nach dem verletzungsbedingten Halbzeit-Aus von Youssef Mohamad, den Duisburgern ständig Konterchancen gewährten. Die aber ließen die Gäste ungenutzt. „Das war das einzige Minus, was ich meiner Mannschaft vorhalten muss“, meinte MSV-Trainer Milan Sasic.

Eine der klarsten Chancen vergab Olcay Sahan nach 62 Minuten, als sein Schuss vom Pfosten zurückklatschte. Für die Entscheidung sorgte schließlich der vom BVB ausgeliehene Julian Koch. In der 76. Minute schloss er einen Konter über Srdjan Baljak zum 2:0 ab. Es folgte zwar noch der Anschlusstreffer durch den Ex-Duisburger Simon Terodde, doch der anschließende Sturmlauf des FC verpuffte in der Nachspielzeit.

Köln: Mondragon; Brecko, Geromel, Mohamad (46. McKenna), Ehret (46. Ehret); Lanig, Matuschyk; Jajalo, Yalcin (65. Clemens), Podolski; Terodde. - Duisburg: Yelldell; Kern, Soares, Bajic, Veigneau; Koch, Grlic; Sahan, Trojan (90.+2 Reiche), Baljak (85. Yilmaz); Maierhofer (89. Schäffler). - SR: Kircher (Rottenburg). - Tore: 0:1 Maierhofer (3.), 0:2 Koch (76.), 1:2 Terodde (84.). - Zuschauer: 44.500. - Gelbe Karten: Podolski, Ehret, Matuschyk - Maierhofer.

Einzelkritik  
Faryd Mondragon 3
Miso Brecko 5
Pedro Geromel 4
Youssef Mohamad 4
Favrice Ehret 5
Martin Lanig 4
Adam Matuschyk 5
Mato Jajalo 4
TanerYalcin 5
Lukas Podolski 4+
Simon Terrodde 4+
Stephan Salger 5
Kevin McKenna 5
Christian Clemens 4

Quelle: Kölnische Rundschau vom 23.12.2010