Seite Köln-1860, DFB-Pokal 2.Runde

3:0 - FC siegt bei Schaefers Premiere

Einen perfekten Einstand feierte Frank Schaefer als Cheftrainer des 1. FC Köln. Mit dem 3:0 (0:0)-Sieg im Zweitrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen
1860 München bescherten ihm Lukas Podolski und Co. das passende Geschenk zum 47. Geburtstag. Nach der Trennung von Chefcoach Zvonimir
Soldo sorgten Martin Lanig(58.), Milivoje Novakovic (79.) und Podolski (83.) für den Sieg. (Foto: dpa)

 

Perfekter Einstand für Schaefer
Der 1. FC Köln erreicht durch einen 3:0-Erfolg über 1860 München
Von JOACHIM SCHMIDT


KÖLN. Als sieben Minuten vor dem Ende der Karnevals-Klassiker „Denn wenn et Trömmelche geht..." ange­stimmt wurde, standen die Zeichen beim 1. FC Köln endgültig auf Sieg. Unmittelbar zuvor hatte Lukas Podolski mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand gegen Zweitligist 1860 München alles klar gemacht. Der Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals war perfekt, wenngleich es zuvor ein weit- aus härteres Ringen war, als es das deutliche Ergebnis vermuten ließ.
„Unser Führungstreffer wurde zu einem Befreiungsschlag, nachdem eine gewisse Verunsicherung der Mann-schaft lange Zeit anzumerken war. Aber das war ja auch nicht verwunderlich angesichts des Drucks, unter dem sie stand", fand der neue FC-Trainer Frank Schaefer, dem die Mannschaft mit dem Erfolg natürlich das schönste Geschenk zum 47. Geburtstag gemacht hatte. Er hoffe, dass dieser Erfolg bei der Mannschaft einen Prozess in Bewegung setze, der zu etwas Positivem führe.
Wie zu erwarten hatte Schaefer eine Reihe von Änderungen und Umstellungen gegenüber dem letzten Spiel unter Zvonimir Soldo vorgenommen. Den am Knie verletzten Pedro Geromel ersetzte Kevin Pezzoni, für den im Pokal gesperrten Petit spielte Adam Matuschyk. Zudem wurde Milivoje Novakovic als zweite Spitze aufgeboten, Mato Jajalo auf die rechte und Fabrice Ehret auf die linke offensive Mittelfeldposition gestellt.
Auswirkungen auf das FC-Spiel zeigten sich dadurch im ersten Durchgang allerdings kaum. Sicher, die Spieler gingen engagierter als zuletzt zur Sache. Vor allem Lukas Podolski rannte wie aufgezogen, grätschte und suchte immer wieder die Zweikämpfe. Torgefahr aber war nur selten, am ehesten von seinem Partner Novakovic. Der scheiterte drei Mal (18./27./34.) und flankte einmal schön auf Lanig, der den Ball volley an die Latte donnerte (37.). Auf der Gegenseite rettete Miro Varvodic fast mit dem Pausenpfiff gegen Benjamin Lauth.
Hatte Frank Schaefer die erste Halbzeit fast nur auf seinem Stuhl neben der Ersatzbank verbracht, so stand er von Beginn des Wiederanpfiffs fast ausschließlich am Spielfeldrand, während seine Elf von den „Löwen" auf einmal erheblich unter Druck gesetzt wurde. Wieder rettete Varvodic (56.) gegen Lauth, bevor im Gegenangriff die FC-Führung gelang. Der für Jajalo kurz zuvor eingewechselte Christian Clemens scheiterte noch an Kiraly, doch die anschließende Ecke von Podolski verlängerte Lanig ins Tor. 20 Minuten später war es wieder Podolski, der mit einem kraftvollen Solo im 60er-Strafraum und feinem Rückpass das 2:0 durch Novakovic vorbereitete. Die Krönung gelang ihm schließlich in der 83. Minute mit dem Treffer zum Endstand.
Einen unschönen Abend verbrachte Michael Meier auf seinem Platz! Von Spielbeginn an skandierten die Fans auf der Südtribüne immer wieder „Meier raus!" Sie artikulierten damit ihre Unzufriedenheit über die Personalpolitik des Managers, die den Schuldenberg von rund 21 Millionen Euro mit aufgetürmt haben soll.
Da half es wenig, dass Präsident Wolfgang Overath den Geschäftsführer vor dem Anpfiff in Schutz zu nehmen versuchte. „Die Öffentlichkeit sieht nur Meier und seine Transfers. Ich denke, er hat seinen Job ordentlich gemacht. Intern macht er sehr gute Arbeit. Ein Rundumschlag gegen ihn ist nicht angebracht." 

Köln: Varvodic; Brecko, Mohamad, Pezzoni, Salger; Maiuschyk; Jajalo (54. Clemens), Lanig, Ehret; Nova-kovic (84. Yalcin), Podolski (88. Teroddej. - München: Kiraly; Rukavina, Bell, Bülow, Bück; Ignjovski; Biemfka (82. Kaiser), Ludwig (78. Rakic), Lovin (78. Leitner), Hatiar; Lauth. - SR: Wingenbach (Diez). -Tore: 1:0 Lanig (58.), 2:0 Novakovic (79.), 3:0 Podolski (83.). - Zuschauer: 24 500. - Gelbe Karten: Matuschyk, Podolski - Lovin


Von Beginn an dabei und gleich getroffen: Milivoje Novakovic (vorne), hier im Zweikampf mit Stefan Bell, steuerte einen Treffer zum Sieg bei. (Foto: dpa)

Einzelkritik

 

Miro Varvodic

2

Miso Brecko

4

Youssef Mohamad

4+

Kevin Pezzoni

2-

Stephan Salger

4+

Adam Matuschyk

3-

Martin Lanig

2

Mato Jajalo

4-

Lukas Podolski

2

Favrice Ehret

4-

Milivoje Novakovic

3

Christian Clemens

3+

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 27.10.2010)