9. Spieltag


Das war's: Nach der Niederlage in Hannover kam das Aus für Zvonimir Soldo. Frank Schaefer (I.) übernimmt fürs erste. (Fotos: ap/Bopp)

 

KÖLN. Der l. FC Köln hat sich gestern von seinem Trainer Zvonimir Soldo getrennt. Das gab der Verein nach einer Sit­zung des Vorstands am späten Nachmittag bekannt.

Mit der Beurlaubung des 42 Jahre alten Kroaten reagierte der Club einen Tag nach der l:2 -Auswärtsniederlage bei Hannover 96 auf die Talfahrt der vergangenen Wochen

und den Sturz auf einen Abstiegsplatz. Soldo hatte die Kölner Mannschaft am 1. Juli 2009 als Nachfolger1 von Christoph Daum übernommen. Die Verlautbarung war
von Präsident Wolfgang Overath und seinen Stellvertretern Friedrich Neukirch und Jürgen Glowacz unterzeichnet.
Morgen beim DFB-Pokalspiel gegen den TSV 1860 München wird U 23-Coach Frank Schaefer die Mannschaft betreuen. (EB)

„So konnte es nicht weitergehen“
FC entlässt den Trainer - Frank Schaefer zunächst nur vorübergehend Chef
Von JOACHIM SCHMIDT

HANNOVER/KÖLN.   Die von

den Fans seit Wochen geforderte und von den Medien schon länger erwartete Entlassung von Zvonimir Soldo als Trainer des l. FC Köln hing am Ende wie an Ketten. Da mutet es kurios an, dass der Kroate am gestrigen Nachmittag sogar gleich zwei Mal entlassen wurde: Zunächst war es eine Falschmeldung, weil irrtümlich von einer Kölner Zeitung die Trennung verkündet und von anderen Medien verbreitet worden war. Zwei Stunden später folgte schließlich die gleichsam dünne wie offizielle Erklärung des Vereins.

Darin hieß es, dass Vorstand und Geschäftsführung des l. FC Köln die Entscheidung nach eingehender Analyse am Sonntagnachmittag gemeinsam getroffen hätten. Mit Soldo muss auch sein Assistent Michael Henke den Spind leeren und die Koffer packen.

Der bisherige Trainer der Regionalliga-Mannschaft, Frank Schaefer, übernimmt zunächst vorübergehend das Cheftraineramt. Er trainiert heute mit der Mannschaft und bereitet sie auf das morgige (19 Uhr) DFB-Pokalspiel gegen Zweitligist 1860 München vor.

Schaefer, der morgen 47 Jahre alt wird, arbeitet - bis auf ein sechsjähriges Intermezzo bei Bayer 04 - seit 1982 im Nachwuchsbereich des l. FC Köln. Mit den B-Junioren wurde er einmal deutscher Meister.

Nicht zum ersten Mal in der gut sechsjährigen Amtszeit von Präsident Wolfgang Overath hielten Vorstand (Overath sowie seine Vertreter Friedrich Neukirch und Jürgen Glowacz) sowie die Geschäftsführung (Michael Meier und Claus Horstmann) wieder einmal eine Krisensitzung außerhalb des Geißbockheims ab. Im Büro von Neukirch im Klosterfrau-Gebäude wurde die verfahrene Situation debattiert.

Einerseits stand Overath bei Soldo im Wort, hatte er doch tags zuvor in Hannover vor dem Spiel wiederholt, auch bei einer Niederlage am Trainer festzuhalten. Andererseits ließ ihm das teils leblose Auf­treten der nach dem schnellen Rückschlag durch die Treffer von Didier Ya Konan (4. und 15. Minute) und dem zu späten Anschlusstor von Martin Lanig (85.) kaum eine andere Wahl. Soldo sprach danach von den ersten 45 Minuten als den „schwächsten der Saison".

„Das Spiel hat uns gezeigt, dass es so nicht weitergeht. Ich war erschrocken. Das hat den Ausschlag für die Trennung gegeben", erklärte Wolfgang Overath am frühen Abend am Geißbockheim. Dorthin hatte man die Spieler beordert, um sie zu unterrichten, während Michael Meier dem in seinem Hotelzimmer wartenden Soldo die Nachricht zunächst telefonisch mitteilte. Später traf sich der Manager noch mit dem von ihm 2009 ausgewählten Trainer, dessen Arbeit er bis zuletzt verteidigt hatte.

Den wegen dieser und anderer Personalien stark in der öffentlichen Kritik stehenden Meier sprach Overath von einer Schuld am 1:2 von Hannover frei und meinte darüber hinaus: „Er ist auch nur ein Mensch, der Fehler machen kann, wie alle im Verein." Dem zunächst nur vorüber gehend tätigen Frank Schaefer mochte Overath offenbar nicht eine zu schwere Bürde auflasten, weshalb er sagte:  „Zuten, weshalb er sagte:  „Zu-

nächst einmal macht er es. Man weiß ja nie, wie er das hinbekommt. Die Mannschaft muss jetzt zeigen, dass sie mit ihm das Ruder herumreißen kann. Gott sei Dank ist das am Dienstag ja schon so schnell möglich."

Ein Weiterkommen in die dritte Pokalrunde wäre vor allem auch aus finanziellen Gründen sehr wichtig. Allein an Fernsehgeldern gibt es 531 250 Euro. Durch Zuschauer- und Werbeeinnahmen kann da schnell eine Million zusammen kommen.



Volkes Stimme: Für die rund 3000 FC-Fans, die mit ihrem Verein zum Spiel nach Hannover gereist waren,
war die Suche nach den Verantwortlichen für die Misere einfach. (Foto: ap)

 

Sprachlos

JOACHIM SCHMIDT zum 1. FC Köln

Schweigen ist zuweilen beredter als manches Wort. Beim 1. FC Köln wurde nach der 1:2-Pleite kräftig geschwiegen. Der Vorstand gab keine offizielle Erklärung ab, und Manager Michael Meier erklärte nach dem Verlassen der Kabine, dass es „im Moment besser ist, einmal zu schweigen".

Diese Sprachlosigkeit führte gestern zu der skurrilen Situation, dass Trainer Zvonimir Soldo mit den Spielern durch den Wald trabte, eine Fehleranalyse per Video vornahm und Besserung für das morgige Pokalspiel einforderte, während der Club-Vorstand erst langsam aktiv wurde.

Statt sich - wie bei den meisten Vereinen in solch prekärer Situation - noch am Abend zu einer Krisensitzung zusammen zu setzen, wurde diese Gesprächsrunde des Vorstands auf den Sonntagnachmittag verlegt. Den Trainer ließ man im Ungewissen arbeiten, während man selbst die vor dem Spiel von Präsident Wolfgang Overath bestätigte Weiterbeschäftigung Soldos beendete.

Ein weiteres Beispiel für die mangelhafte Außendarstellung des Vereins, die Meier kürzlich selbst als „zum Weglaufen" bezeichnet hatte.
Dass mit Frank Schaefer der Trainer der FC-Zweitvertretung die Aufgabe übertragen bekam, kann an mangelnden Alternativen oder den fehlenden Finanzen liegen. Ungeachtet dessen gilt er jedoch als akribischer Arbeiter und Fachmann. 


 

„Als Trainer muss man Koffer gepackt haben"
Zvonimir Soldo ahnte seinen Rauswurf bereits nach dem sonntäglichen Auslaufen mit den Spielern

Im festen Glauben, FC-Präsident Wolfgang Overath werde das ihm gegebene Versprechen der Weiterbeschäftigung halten, trainierte Zvonimir Soldo gestern mit der Mannschaft. Das anschließende Gespräch mit Journalisten zeichnete Joachim Schmidt auf. 

Herr Soldo, Sie kommen vom Auslaufen mit der Mannschaft zurück. Hatten Sie noch mit Ihrer Anwesenheit gerechnet?
Ja, das hatte ich geplant.

Gehen Sie davon aus, beim Pokalspiel am Dienstag die Mannschaft zu betreuen?
In diesem Geschäft muss man auf alles vorbereitet sein. Als Trainer muss man die Koffer immer gepackt haben. Man weiß nie, was passiert.

Sie haben also Ihre Koffer gepackt ...
Nein. Ich habe mit den Spielern gerade über das Pokalspiel gesprochen. Ich habe ein paar Szenen aus dem Spiel in Hannover gezeigt. Unser Zweikampfverhalten war da katastrophal. Das müssen wir verbessern, wenn wir einen Schritt nach vorne machen wollen. Obwohl wir hier viel Unruhe haben, ist die Mannschaft nicht zusammengebrochen. Das ist vielleicht die Voraussetzung dafür, dass wir aus der Situation heraus kommen.

Dazu gehört aber einiger Optimismus.
Die erste Halbzeit war die bislang schlechteste Leistung der Saison. Dann hat sich die Mannschaft etwas gesteigert, aber das ist nicht genug.

Haben Sie eine Erklärung?
Seit der Vorbereitungsphase weise ich auf zwei Dinge hin: Konzentration und Zweikampfverhalten. Aber wir machen immer wieder die gleichen Fehler, obwohl wir in dieser Richtung arbeiten.

Wie wirkt sich die Unruhe im Verein auf diese Probleme aus?
Es ist natürlich schon wichtig, dass man Ruhe hat, vor allem, wenn man mit jungen Spielern arbeitet. Letztes Jahr hatten wir erfahrenere Spieler und haben ähnliche Probleme gut weggesteckt.

Das hört sich nach einer versteckten Kritik an der Kaderplanung an.
Nein. Wir haben entschieden, den nächsten Schritt zu machen - auch aus finanziellen Gründen - und mit jungen Spielern zu arbeiten; da muss man Geduld haben. Einige schaffen es früher, einige später, einige überhaupt nicht.

Haben Sie den Eindruck, dass man im Verein diese Geduld noch teilt?
Schwer zu sagen.

Hatten Sie gehofft, dass die Vereinsführung mit Ihnen über die Situation redet?
Dazu will ich nichts sagen. Außerdem habe ich darauf auch keinen Einfluss.

Haben Sie noch Vertrauen in die Vereinsführung?
Ja, das habe ich. Man hat mir ja das Vertrauen ausgesprochen. Aber ich habe immer gesagt, dass alles von den Ergebnissen abhängt.
Das ist nicht neu.

Was ist heute noch geplant?
Massage für die Spieler.

Und für Sie?
Auch!


Enttäuschter Blick zurück von Zvonimir Soldo, nachdem er gestern Morgen noch das Training leitete. (Foto: dpa)

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 25.10.2010)

Einzelkritik  
Miro Varvodic 3
Andrezinho 5
Pedro Geromel 5
Youssef Mohamad 5
Miso Brecko 5
Petit 5
Christian Clemens 5
Martin Lanig 4-
Adam Matuschyk 5
Mato Jajalo 5
Lukas Podolski 4
Milivoje Novakovic 5
Taner Yalcin   5
Favrice Ehret 5




 

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 22.10., 20:30 h Hamburger SV gegen: Bayern München Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 23.10., 15:30 h Borussia Mönchengladbach gegen: Werder Bremen Endstand:1:4 (Halbzeitstand:0:2) Statistik | History
Sa., 23.10., 15:30 h 1. FC Nürnberg gegen: VfL Wolfsburg Endstand:2:1 (Halbzeitstand:1:1) Statistik | History
Sa., 23.10., 15:30 h Hannover 96 gegen: 1. FC Köln Endstand:2:1 (Halbzeitstand:2:0) Statistik | History
Sa., 23.10., 15:30 h SC Freiburg gegen: 1. FC Kaiserslautern Endstand:2:1 (Halbzeitstand:1:1) Statistik | History
Sa., 23.10., 15:30 h Eintracht Frankfurt gegen: FC Schalke 04 Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
So., 24.10., 15:30 h Borussia Dortmund gegen: 1899 Hoffenheim Endstand:1:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History
So., 24.10., 17:30 h Bayer 04 Leverkusen gegen: 1. FSV Mainz 05 Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History
So., 24.10., 17:30 h VfB Stuttgart gegen: FC St. Pauli Endstand:2:0 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | History

Rang VR Trikot Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (2) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 9 8 0 1 19:8 +11 24 CL
2 (1) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund 9 7 1 1 21:7 +14 22 CL
3 (7) Logo Hannover 96 Hannover 96 9 5 1 3 13:12 +1 16 CLQ
4 (4) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 9 4 3 2 17:13 +4 15 EL
5 (3) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 9 4 3 2 18:15 +3 15 EL
6 (5) Logo Hamburger SV Hamburger SV 9 4 3 2 13:11 +2 15  
7 (9) Logo SC Freiburg SC Freiburg 9 5 0 4 14:14 0 15  
8 (11) Logo Werder Bremen Werder Bremen 9 4 2 3 17:18 -1 14  
9 (8) Logo Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt 9 4 1 4 14:9 +5 13  
10 (6) Logo FC St. Pauli FC St. Pauli (N) 9 4 1 4 11:12 -1 13  
11 (10) Logo Bayern München Bayern München (M, P) 9 3 3 3 8:8 0 12  
12 (13) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 9 3 3 3 11:12 -1 12  
13 (12) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 9 3 1 5 15:16 -1 10  
14 (18) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 9 2 1 6 16:17 -1 7  
15 (14) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern (N) 9 2 1 6 10:18 -8 7  
16 (16) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 9 1 3 5 10:16 -6 6 Ab-Rel
17 (15) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 9 1 3 5 14:27 -13 6 Ab
18 (17) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 9 1 2 6 9:17 -8 5 Ab


Vorschau 10. Spieltag
Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 29.10., 20:30 h Bayern München gegen: SC Freiburg -:- History
Sa., 30.10., 15:30 h Werder Bremen gegen: 1. FC Nürnberg -:- History
Sa., 30.10., 15:30 h VfL Wolfsburg gegen: VfB Stuttgart -:- History
Sa., 30.10., 15:30 h 1. FC Köln gegen: Hamburger SV -:- History
Sa., 30.10., 15:30 h FC St. Pauli gegen: Eintracht Frankfurt -:- History
Sa., 30.10., 15:30 h 1. FC Kaiserslautern gegen: Borussia Mönchengladbach -:- History
Sa., 30.10., 18:30 h FC Schalke 04 gegen: Bayer 04 Leverkusen -:- History
So., 31.10., 15:30 h 1. FSV Mainz 05 gegen: Borussia Dortmund -:- History
So., 31.10., 17:30 h 1899 Hoffenheim gegen: Hannover 96 -:- History

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(Quelle: Kölnische Rundschau vom 26.10.2010):

Für Schaefer wird's schon heute ernst


Projekt Klassenerhalt: Frank Schaefer,.bisher U23-Trainer des l. FC Köln, gestern am ersten Arbeitstag bei der Profimannschaft des Bun­desliga-Tabellenletzten.
Offiziell ist er Interimscoach - Weiterbeschäftigung bei Erfolg ist nicht ausgeschlossen. Heute, an seinen 47. Geburtstag, steht er beim Pokalspjel gegen 1860 München
in der Verantwortung.
Co-Trainer ist Dirk Lo'ttner. (Foto: Schmülgen)

Erster Prüfstein für die kölsche
Neuer FC-Trainer Frank Schaefer appelliert vor heutigem Pokalspiel

Von JOACHIM SCHMIDT


KÖLN. Erstmals seit mehr als 17 Jahren sitzt heute wieder ein echter Kölner auf dem Trainerstuhl des FC. Letztmals war das Wolfgang Jerat, der im März und
April 1993 zwischen Vorgänger Jörg Berger und Nachfolger Morten Olsen nicht das glücklichste Händchen besaß, die Geschicke der Mannschaft zu lenken.

„Ich bin in Köln geboren, bis auf sechs Jahre seit meinem zehnten Lebensjahr als Spieler und Trainer beim FC. Dirk Lottner, der mich bei meiner Arbeit unterstützen wird, und ich bekomme mit, wie die Menschen in der Stadt mit diesem Verein mitfiebern. Deshalb ist das eine große Herausforderung für uns, die wir meistern wollen", erklärte Frank Schaefer vor einer großen Medienschar.
Bereits heute, an seinem zweiten Arbeitstag, soll er sich beweisen. Im DFB-Pokalspiel gegen 1860 München gehe es nur darum, siegreich zu sein, meinte der
Soldo-Nachfolger. Dafür müsse er eine funktionsfähige Einheit auf den Platz stellen. Beim gestrigen Training ging Schaefer die
Aufgabe mit viel Dynamik, Spielergesprächen und lauten, klaren Kommandos an. Für heute liege sein Hauptaugenmerk auf seiner Mannschaft, ohne jedoch „die ,Löwen’ aus den Augen zu lassen".
Seit dem Sonntagmittag, als er als Beobachter während des Bundesligaspiels der A-Junioren den Anruf vom Vorstand erhielt und sofort zusagte, bereitete sich Schaefer akribisch auf die schwierige Aufgabe vor. Bis auf eine kurze Schlafphase sei das rund um die Uhr gewesen, berichtete er. Nun wolle er „mutig und entschlossen mit viel Schwung an die Sache heran gehen".


Ein Plan für die Zukunft

Andeutungen dafür, dass er nur eine vorübergehende Lösung darstelle und durch einen bekannteren Kollegen, von denen Namen wie Thomas Doll, Christian Gross oder Hans Meyer die Runde machten, abgelöst werde, habe er nicht erhalten. Sollte sich also das Duo Schaefer/Lottner bewähren, wieder Siege und Punkte mit dem Tabellenletzten holen, stünde der Weiterbeschäftigung nichts im Wege. Dabei kommt beiden entgegen, dass sie den Verein und die Abläufe bestens kennen. Zudem hatten und haben sie Kontakt zu den zahlreicher gewordenen Eigengewächsen im Kader. Auch mit Zvonimir Soldo und dessen Assistenten Michael Henke habe er sich in der Vergangenheit immer wieder in Gesprächen ausgetauscht. Und in den nächsten Tagen wolle er noch einmal den persönlichen Kontakt zu dem zu seiner Familie nach Zagreb zurückgereisten Vorgänger suchen.
Obwohl Frank Schaefer noch nie so im Rampenlicht wie gestern stand, als zehn Fernsehkameras auf ihn gerichtet waren und rund 40 Medienvertreter Informationen von ihm wollten, merkte man dem heute 47 Jahre alt werdenden Fußballfachmann keinerlei Nervosität an. Selbstbewusst wolle er seinen Weg gehen, frei von Vorbildern, auch wenn er am Geißbockheim gerne schon mal mit dem jungen Christoph Daum verglichen wurde.
Seine Fußballphilosophie klingt so simpel wie einleuchtend: „Für mich gibt es im Fußball nicht offensives und defensives Spiel, sondern nur aktives und passives -
und ich will aktiven Fußball spielen lassen."

Unabdingbar sei natürlich die Unterstützung durch das Publikum. Deshalb appelliert Frank Schaefer an die Fans: „Die Stimmung ist ganz, ganz wichtig. Ich wünsche mir, dass die Kölner heute schon eine Riesenstimmung machen und wir mit einem guten Spiel die Münchner besiegen und eine Runde weiter kommen."

Die möglichen Aufstellungen: Köln: Varvodic; Brecko, Geromel, Mohamad, Salger; Matuschyk; Clemens, Lanig, Jajalo; Podolski; Novakovic. - 1860 München: Kiraly; Rukavina, Bell, Bülow, Bück; Ignjovski, Ludwig; Kaiser, Bierofka; Lauth, Rakic. - SR: Wingenbach (Diez).


Klare Vorstellungen von seiner Aufgabe formulierte Frank Schaefer an der Seite seines Assistenten Dirk Lottner (hinten). (Foto: dpa)


ZWÖLF TRAINER IN ZEHN JAHREN

Frank Schaefer ist der zwölfte Trainer des 1. FC Köln binnen zehn Jahren.
Ein Überblick
über die Trainer in den vergangenen zehn Jahren, (dpa)

Ewald Lienen:          01.07.1999-28.01.2002

Christoph John:      28.01.2002-13.02.2002

Friedhelm Funkel:   14.02.2002-30.10.2003

Jos Luhukay:           31.10.2003-01.11.2003

Marcel Koller:           02.11.2003-14.06.2004

Huub Stevens:         01.07.2004-30.06.2005

Uwe Rapolder:         01.07.2005-18.12.2005

Hanspeter Latour    03.01.2006-10.11.2006

Holger Gehrke:       10.11.2006-26.11.2006

Christoph Daum:    27.11.2006-30.06.2009

Zvonimir Soldo:      01.07.2009-24.10.2010

Frank Schaefer: ab 24.10.2010