Seite 18. Spieltag

Unentschieden auf dem Betzenberg

FC spielt 1:1 gegen zehn Lauterer - Sehr starke Neuzugänge Eichner und Rensing
Von Joachim Schmidt

Der 1. FC Köln verspielt gegen zehn Lauterer eine Führung und muss sich mit einem 1:1 vergnügen. Den Treffer für die Kölner schoss Lukas Podolski. Die Neuzugänge Eichner und Rensing zeigten sich sehr stark.


Lukas Podolski jubelt nach seinem Tor. (Bild: dpa)

Köln - KAISERSLAUTERN - Am Ende eines turbulenten und hektischen Kampfspiels, wie es so typisch ist für Begegnungen auf dem Betzenberg,
wussten beide Trainer nicht so recht, wie sie das 1:1 zwischen dem FCK und dem 1. FC Köln bewerten sollten. Einen Sieg und damit zwei
Punkte verloren oder doch einen Punkt gewonnen? Letztlich nahmen es sowohl Kölns Frank Schaefer als auch Marco Kurz wie die Optimisten:
Sie erklärten das Glas für halb voll statt halb leer.
„Wir müssen darauf aufbauen und sehen, dass wir uns im Kampf um den Klassenerhalt behaupten“, versuchte Schaefer ein positives Fazit zu
ziehen, bevor er sich auf den Weg nach Frankfurt zur heutigen Trainertagung mit Bundestrainer Joachim Löw machte.
Auch wenn er die Ordnung seiner Mannschaft vor der Pause lobte, so wurde die vom Anpfiff weg von den Gastgebern mit enormem Angriffsdruck
in die Defensive gedrängt. Dadurch vermochten die FC-Profis zunächst kaum, den Ball zu kontrollieren und organisiert ins Spiel zu kommen.
Doch bei allen Strafraumaktionen, die sich die „Roten Teufel“ erspielten, blieben gefährliche Torchancen aus. Vor allem deshalb, weil die Kölner mit großem Elan das Kampfspiel der Hausherren annahmen und sich gegen die Angriffe stemmten.
Nach gut 20 Minuten ebbte der Sturmlauf des FCK etwas ab, während die Kölner langsam erste Entlastungsangriffe starteten. Dabei verfehlte Slawomir Peszko in der 24. Minute das Tor nur knapp. Fünf Minuten später kam Lukas Podolski einem Treffer etwas näher, als er einen Freistoß
aus 19 Metern ans rechte Lattenkreuz hämmerte. Mehr Glück hatte der neue Mannschaftskapitän eine Minute später, als er zur Führung traf.
Dabei profitierte er von einem haarsträubenden Fehler des Lauterer Abwehrspielers Rodnei, der einen Rückpass an Torwart Tobias Sippel
vorbei schob. Der Ball landete am Pfosten, und während der rettend hinterher gesprungene Sippel am Boden lag, schob Lukas Podolski
den Ball an ihm vorbei ins linke Eck.
„Die Szene wird man wohl noch oft bei Rückblicken auf diese Saison sehen. Solch ein Blackout wie der von Rodnei passiert einem Spieler nicht oft“, meinte sein Trainer zu dem kuriosen Pfostenschuss. Mehr ärgerte sich Marco Kurz freilich über den Platzverweis von Torjäger Srdjan Lakic.
Der hatte im Hinspiel noch alle Lauterer Treffer zum 3:1-Erfolg erzielt, diesmal aber in der 39. Minute Rot gesehen. Warum, schilderte Christian
Eichner: „Er lässt sich fallen und fordert einen Elfmeter. Da habe ich ihm gesagt, was ich davon halte. Daraufhin hat er mich gestreichelt.“
Schiedsrichter Guido Winkmann bekam von Linienrichter Christian Bandurski den entscheidenden Hinweis zum „Handstreich“ über Eichners Wange, zeigte dem eine von sechs Gelben Karten gegen Kölner Spieler und schickte Lakic in die Kabine. „Der Betze ist bekannt für seine Emotionen. Die übertragen sich auch aufs Spielfeld. Aber diese Szene war doch halb so wild. Ich setzte mich dafür ein, dass Lakic nächste Woche wieder spielen kann“, meinte Eichner.
Der zeigte ebenso wie Michael Rensing im Tor eine sehr starke Partie bei seinem Punktspieldebüt für den FC. Dennoch vermochten beide den
Ausgleich von Jan Moravek sechs Minuten nach Wiederbeginn nicht zu verhindern. „Am Ende einer Fehlerkette trifft er und nimmt unserem
Spiel damit den Schwung. Trotz der Überzahl haben wir die Ruhe verloren, hatten am Ende dann Glück bei Lauterer Chancen und Pech bei
eigenen Möglichkeiten“, sagte Frank Schaefer.
Bei Letzteren ragte die Dreifachmöglichkeit aus der 85. Minute heraus. Da wurde ein Kopfballheber von Podolski ebenso von der Linie geschlagen
wie ein wuchtiger Kopfstoß von Martin Lanig, bevor Pedro Geromel den Ball über das Tor hämmerte. Typisch für die Partie: Turbulent und hektisch.

Einzelkritik  
Michael Rensing 2+
Andrezinho 4
Pedro Geromel 2
Kevin Pezzoni 2-
Christian Eichner 2
Petit 3
Adam Matuschyk 3
Christian Clemens 4
Lukas Podolski 3
Slawomir Peszio 4+
Milivoje Novakovic 4
Reinhold Yabo 4


Rensing im Glück, Petit im Pech
Von Joachim Schmidt

Der portugiesische Spielmacher Petit wird wohl wegen eines Muskelfaserrisses mehrer Wochen ausfallen – damit setzt sich das Kölner Verletzungspech fort. Neu-Torhüter Michael Rensing wird dagegen nach seinem gelungenen FC-Debüt gefeiert.

 
Torwart Michael Rensing zeigt bei seinem Debüt für den 1. FC Köln eine ordentliche Leistung. Besonders in der Endphase
konnte sich der Ex-Bayern-Keeper mit ein paar Paraden beweisen. (Bild: dpa)

KÖLN - Wie nahe Glück und Unglück im Sport beieinander liegen, zeigte sich am Montagmittag am Geißbockheim in den Personen von Petit und Michael Rensing.
Während der Torhüter freudestrahlend von seiner Bundesligarückkehr berichtete, schlich der Mittelfeldspieler zu seinem Wagen und fuhr in die Praxis von
Vereinsarzt Dr. Peter Schäferhoff. Der diagnostizierte bei dem Portugiesen wenig später einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich, den sich dieser tags
zuvor beim 1:1 in Kaiserslautern kurz vor der Pause zugezogen hatte.
Der Sechser, dessen Fehlen nach der Pause die Mannschaft möglicherweise den Sieg kostete, fällt für unbestimmte Zeit aus - im Gespräch sind mehrere Wochen.
Da auch Abwehrspieler Christopher Schorch wegen eines Muskelfaserrisses länger fehlt, mit Youssef Mohamad, Miso Brecko und Kevin McKenna drei weitere
Verteidiger wegen der Schweinegrippe nicht zur Verfügung stehen, ist die Personaldecke im Defensivbereich sehr ausgedünnt.
Da kann Frank Schaefer nur hoffen, dass die Blutwerte des Trios heute positiv ausfallen. Dann stünden die drei für den Kader für das Bremen-Spiel am Samstag zur Verfügung. Dagegen dürfte Neuzugang Tomoaki Makino, der am Montag am Lauftraining teilnahm, noch nicht so weit sein.
Furioser Einstand des Ex-Bayern-Schlussmanns
Nun zum Positiven: Nach 358 Tagen ohne Erst- und nur drei Drittligaeinsätzen für den FC Bayern gehörte Michael Rensing bei seinem Kölner Punktspieldebüt zu den Gewinnern am Sonntag auf dem Betzenberg. „Am Ende konnten wir uns bei ihm für den Punktgewinn bedanken“, lobte Schaefer den Torwart.
Dabei sprach er vor allem jene Szene aus der 87. Minute an, als Rensing mit einem unglaublichen Reflex den Ball nach einem Schuss des völlig frei vor ihm
auftauchenden Thanos Petsos abwehrte und unmittelbar danach auch den Versuch von Martin Amedick unschädlich machte. „Endlich war wieder einmal ein Ball
dabei, bei dem ich mich auszeichnen konnte. Das tut gut“, meinte der Schlussmann.
Der hatte schon bei der Fahrt hinauf auf den legendären Betzenberg wieder dieses Kribbeln verspürt, das die Vorfreude auf ein Spiel fühlbar macht. Später konnte
er sagen, dass es Spaß gemacht habe und dass es schön gewesen sei, ausgerechnet inmitten der spektakulären Atmosphäre in den Ligaalltag zurückzukehren.
Dabei ließ sich der 26-Jährige nach der Pause auch nicht von der Westtribünenkulisse in seinem Rücken verrückt machen, über die sein Kollege Christian Eichner
 spaßhaft meinte: „Das gehört abgeschafft, dass die Lauterer in der zweiten Halbzeit auf ihre Kurve spielen dürfen.“
Denn dabei entwickelten die „Roten Teufel“ einmal mehr einen Elan, der das Fehlen des vom Platz gestellten Srdjan Lakic (ein Spiel Sperre) mühelos kompensierte.
„Wir sind dagegen nach der Pause nicht ins Spiel gekommen. Die Ordnung im Mittelfeld, wo es Ballverluste gab, war dahin. Dann liefen die Lauterer ungebremst auf
unsere Abwehr zu, die dadurch natürlich unter Druck geriet. Das war das Hauptproblem“, analysierte Michael Rensing, der am Dienstat (18.30 Uhr) im Rewe-Markt
in Rath-Heumar (Rösrather Straße 569) Autogramme gibt, nach dem Montagstraining noch einmal das Geschehen.
Allerdings hat der Champions-League-erprobte Torwart auch einen Lösungsvorschlag: Mittelfeld und Abwehr müssten stabiler zusammenarbeiten. Dazu gehöre der
verbale Austausch. „Ich konnte bei dem Krach auf dem Betzenberg nur auf meine Abwehr Einfluss nehmen - und davon war ich schon extrem heiser. Für Kommandos
weiter nach vorne müssen die anderen sorgen.“



(Quelle: Kölnische Rundschau vom 17.01.2011)

 

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 14.01., 20:30 h Bayer 04 Leverkusen gegen: Borussia Dortmund Endstand:1:3 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 15.01., 15:30 h Werder Bremen gegen: 1899 Hoffenheim Endstand:2:1 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | History
Sa., 15.01., 15:30 h 1. FC Nürnberg gegen: Borussia Mönchengladbach Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History
Sa., 15.01., 15:30 h VfB Stuttgart gegen: 1. FSV Mainz 05 Endstand:1:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 15.01., 15:30 h VfL Wolfsburg gegen: Bayern München Endstand:1:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History
Sa., 15.01., 15:30 h FC St. Pauli gegen: SC Freiburg Endstand:2:2 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | History
Sa., 15.01., 18:30 h FC Schalke 04 gegen: Hamburger SV Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
So., 16.01., 15:30 h Eintracht Frankfurt gegen: Hannover 96 Endstand:0:3 (Halbzeitstand:0:2) Statistik | History
So., 16.01., 17:30 h 1. FC Kaiserslautern gegen: 1. FC Köln Endstand:1:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History

Rang VR Trikot Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (1) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund 18 15 1 2 42:11 +31 46 CL
2 (4) Logo Hannover 96 Hannover 96 18 11 1 6 28:27 +1 34 CL
3 (2) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 18 11 0 7 30:20 +10 33 CLQ
4 (3) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 18 9 6 3 36:28 +8 33 EL
5 (5) Logo Bayern München Bayern München (M, P) 18 8 6 4 32:21 +11 30 EL
6 (6) Logo SC Freiburg SC Freiburg 18 9 2 7 27:27 0 29  
7 (9) Logo Hamburger SV Hamburger SV 18 8 3 7 28:28 0 27  
8 (7) Logo Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt 18 8 2 8 24:24 0 26  
9 (8) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 18 6 7 5 33:24 +9 25  
10 (12) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern (N) 18 6 4 8 28:28 0 22  
11 (10) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 18 6 4 8 25:25 0 22  
12 (11) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 18 6 4 8 22:29 -7 22  
13 (14) Logo Werder Bremen Werder Bremen 18 6 4 8 25:36 -11 22  
14 (13) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 18 4 8 6 25:26 -1 20  
15 (15) Logo FC St. Pauli FC St. Pauli (N) 18 5 3 10 18:32 -14 18  
16 (16) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 18 4 4 10 19:34 -15 16 Ab-Rel
17 (17) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 18 4 3 11 33:35 -2 15 Ab
18 (18) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 18 3 4 11 27:47 -20 13 Ab

Vorschau 19.Spieltag

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 21.01., 20:30 h Hamburger SV gegen: Eintracht Frankfurt -:- History
Sa., 22.01., 15:30 h SC Freiburg gegen: 1. FC Nürnberg -:- History
Sa., 22.01., 15:30 h Bayern München gegen: 1. FC Kaiserslautern -:- History
Sa., 22.01., 15:30 h 1. FSV Mainz 05 gegen: VfL Wolfsburg -:- History
Sa., 22.01., 15:30 h Borussia Dortmund gegen: VfB Stuttgart -:- History
Sa., 22.01., 15:30 h Hannover 96 gegen: FC Schalke 04 -:- History
Sa., 22.01., 18:30 h 1. FC Köln gegen: Werder Bremen -:- History
So., 23.01., 15:30 h Borussia Mönchengladbach gegen: Bayer 04 Leverkusen -:- History
So., 23.01., 17:30 h 1899 Hoffenheim gegen: FC St. Pauli -:- History