Seite 12. Spieltag

Podolski: Beleidigung der Fans
FC mit 0:4-Pleite gegen Gladbach -- Manager Meier will bleiben


Am Boden:
Nach dem Abpfiff hockt ein tief erschütterter Lukas Podolski auf dem Spielfeld. (Foto: Schmülgen)


Von ACHIM SCHMIDT

KÖLN. Auch nach der schweren 0:4-Heimniederlage beim 111. rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach will Michael Meier, Manager des 1. FC Köln, nicht zurücktreten. Er werde keinen Ge-danken an einen Rücktritt verschwenden, sagte Meier. Zudem werde Trainer Frank Schaefer auch am Samstag beim Spiel in Stuttgart auf der Bank sitzen. FC-Star Lukas Podolski nannte das Auftreten des FC im Derby eine „Beleidigung für die Fans". Bei der FC-Hauptversammlung am Mittwoch stehen keine Wahlen an, es werden aber harte Diskussionen erwartet. Einige Fans stellten die Spieler bereits gestern nach dem Training zur Rede. Der FC hatte vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Rheinenergie-Stadion mit 0:4 (0:0) gegen den Erzrivalen ver­loren. Raul Bobadilla (5l./ 90+1.), Michael Bradley (70.) und Igor de Camargo (82.) trafen für die Gäste.


Frank Schaefer darf weitermachen
Manager Meier tritt trotz 0:4-Pleite gegen Mönchengladbach nicht zurück

Von ACHIM SCHMIDT 

KÖLN. Für einen kurzen Moment waren sich zwei Protagonisten des rheinischen Derbys nach dem Schlusspfiff ganz nah. Michael Frontzeck, seines Zeichens Trainer von Borussia Mönchengladbach, half dem verzweifelnd und restlos enttäuschend auf dem Spielfeld am Mittelkreis kauernden Kölner Lukas Podolski wieder auf die Beine. „Es geht weiter, Junge", soll Frontzeck in diesem Moment gesagt haben. Es war einer der wenigen Gemeinsamkeiten am Samstagnachmittag zwischen den Ri-valen vom Mittel- und vom Niederrhein. Während die Gäste mit einer perfekten Kür auf dem regendurchtränkten Rasen auf dem Bauch liegend zu ihren Fans rutschten, erstarrten die Kölner Profifußballer beim angestrebten Gang zu ihren Anhängern auf der Südtribüne rund fünf Meter vor der Strafraumgrenze, weil ihnen die Wut der rot-weißen Fangemeinde nach der niederschmetternden 0:4 (0-0)-Pleite gegen den Erzrivalen entgegen blies - und verschwanden zumeist wortlos in der Kabine.

Lukas Podolski dagegen stellte sich und bilanzierte: „Das war einer der bittersten Niederlage der letzten Jahre. Das ist ein Schock für uns. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, ist eine Beleidigung ge­genüber unseren Fans." Und Milivoje Novakovic ergänzte. „Wir müssen jetzt mit dem Trainer hart arbeiten. Wir müssen da unter raus."

Frank Schaefer wird weiter die Verantwortung als Trainer tragen und auch am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart auf der Bank sitzen. Das stellte Manager Michael Meier nach dem Schlusspfiff klar und schloss zudem einen eigenen Rücktritt kategorisch aus: „Ich persönlich mache weiter, weil man nicht beim ersten Gegenwind umknicken darf", gab Meier kämpferisch zu Protokoll, während oben in den VIP-Logen der Vorstand hinter verschlossenen Jalousien tagte. Vor der Jahreshauptversammlung am Mittwoch scheint nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz jetzt alles möglich - selbst ein Rücktritt von Präsident Wolfgang Overath ist nicht mehr ausgeschlossen.

In der Partie gegen Mönchengladbach war es auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Boden, der wegen der Unberechenbarkeit des Flachpass-Spiels für manche Überraschung sorgte, bis zum 0:1 eine ausgeglichene Begegnung. Doch nach dem Freistoß-Treffer durch Raul Bobadilla (51.), bei dem der unsichere FC-Torhüter Miro Varvodiv patzte, war es geschehen. Während die Gäste nur Vollgas gaben und ihre Konterstärke demonstrierten, war von den Hausherren vor 50000 Zuschauern im ausverkauften Rheinenergie-Stadion bis auf einen Kopfball von Kevin Pezzoni (81.) und einem Pfostenschuss von Martin Lanig (86.) nichts mehr zu sehen. Vielleicht wäre die Partie ja anders verlaufen, hätte Mato Jajalo (18.) seine erstklassige Gelegenheit in Halbzeit eins genutzt. So aber sorgte Mönchengladbach durch Treffer von Michael Bradley (70.), Igor de Camargo (82.) und erneut Bo-badilla (90+1) für ein Debakel aus Kölner Sicht, das FC-Trainer Frank Schaefer besonders schmerzte.
„Es wird unruhig, es wird weiter diskutiert. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in einer solchen Situation mit Geschlossenheit weiterkommt", meinte der Trainer und erklärte bezüglich seines Engagements: „Ich bin rund um die Uhr in diesem Club und arbeite rund um die Uhr mit dieser Mannschaft, und will das auch mit aller Kraft weiter tun."


Feiern durften die anderen: Ein nachdenklicher Frank Schaefer vor der Kulisse jubelnder Gladbach-Fans. (Foto: Schmülgen)

 

Einzelkritik

 

Miro Varvodic

6

Miso Brecko

5

Pedro Geromel

3-

Youssef Mohamad

5

Stephan Salger

5

Martin Lanig

4

Kevin Pezzoni

5

Mato Jajalo

4-

Lukas Podolski

4-

Lukas Podolski

5

Milivoje Novakovic

5

Jose Pierre Vunguidica

5

 

KOMMENTAR

Handelt!

ACHIM SCHMIDT zum 1. FC Köln

 

Die Fans, der Trainer, der Manager, der Präsident - sie alle sind Teil des FC Kölle, ob in Rio oder Rom, ob in Bergisch Gladbach, Prüm oder Habbelrath - wie es in der FC-Hymhe heißt. Doch wer hat Schuld an dem derzeitigen Desaster? Die Fans jedenfalls mit Sicherheit nicht! Sie stellten sich auch am Samstag wieder einmal vor Spielbeginn eindrucksvoll hinter ihre Mannschaft und sorgten im ausverkauftem Stadion zum wiederholten Mal in dieser Saison für eine eindrucksvolle Choreographie und eine stimmgewaltige Kulisse.

Auch der Trainer gibt alles. Frank Schaefer ist gebürtiger Kölner, trägt den Verein seit Jahrzehnten in seinem Herzen und hat in der Nachwuchs-Abteilung nachweislich einen hervorragenden Job gemacht. Auch bei den Profis konnte Schaefer nach der Ablösung seines Vorgängers Zvonimir Soldo für frischen Wind sorgen und leistete wertvolle, leider aber im Ergebnis unter dem Strich nach dem Anfangserfolg gegen Hamburg nicht so erfolgreiche Arbeit. Dennoch sollte diesem Trainer, der den ganz speziellen Verein wie kaum ein anderer kennt, Vertrauen entgegengebracht werden. Zumindest bis zur Winterpause. Dann darf gerne neu diskutiert werden, sollte ihm das uneingeschränkte Vertrauen entgegengebracht werden. Feuerwehrmänner wie Hans Meyer, Huub Stevens oder gar Peter Neururer sind keine Alternativen.

Anders stellt sich die Situation bei Michael Meier dar. Der Manager, dessen Vertrag im Vorjahr vorzeitig bis 2014 verlängert wurde, machte gestern noch einmal klar, dass er von sich aus nicht zurücktreten wird, obwohl seine persönliche Bilanz mit Ausnahme des von allen Seiten euphorisch gefeierten Podolski-Transfers aufgrund zahlreicher Fehlgriffe (loanita, Giannooulis, Andrezinho, Ishiaku - um nur vier Namen aus dem aktuellen Kader zu nennen) und der eingegangenen Verschuldung (24,1 Millionen Euro) desaströs ist. Sollte er Rückgrat haben, müsste er zurücktreten.

Das gilt auch für Wolfgang Overath und seine Präsi­iumskollegen. Der Weltmeister von 1974, der 2004 seinen Vorgänger Albert Caspers aus dem Amt trieb, weil er ihm sportliche Inkompetenz vorwarf, hat keines seiner Ziele erreicht. Köln stieg noch zwei Mal ab und ist auch aktuell der Zweitklassigkeit bedeutend näher als dem angestrebten Platz im Mittelfeld des Oberhauses. Die Fußballikone ist wie Uwe Seeler in Hamburg gescheitert. Doch wer soll dieses Amt übernehmen? Einen gibt es, der dem gewachsen wäre und diese Position einst als Wunschberuf angegeben hat: Toni Schumacher.


(Quelle: Kölnische Rundschau: 15.11.2010)

__________________________________________________________________________

 

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Fr., 12.11., 20:30 h Borussia Dortmund gegen: Hamburger SV Endstand:2:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 13.11., 15:30 h 1. FC Köln gegen: Borussia Mönchengladbach Endstand:0:4 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 13.11., 15:30 h 1. FC Kaiserslautern gegen: VfB Stuttgart Endstand:3:3 (Halbzeitstand:0:2) Statistik | History
Sa., 13.11., 15:30 h Werder Bremen gegen: Eintracht Frankfurt Endstand:0:0 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 13.11., 15:30 h FC St. Pauli gegen: Bayer 04 Leverkusen Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
Sa., 13.11., 15:30 h VfL Wolfsburg gegen: FC Schalke 04 Endstand:2:2 (Halbzeitstand:2:1) Statistik | History
Sa., 13.11., 18:30 h 1. FSV Mainz 05 gegen: Hannover 96 Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:1) Statistik | History
So., 14.11., 15:30 h 1899 Hoffenheim gegen: SC Freiburg Endstand:0:1 (Halbzeitstand:0:0) Statistik | History
So., 14.11., 17:30 h Bayern München gegen: 1. FC Nürnberg Endstand:3:0 (Halbzeitstand:1:0) Statistik | History

Rang VR Trikot Verein Sp S U N T TD P Quali
1 (1) Logo Borussia Dortmund Borussia Dortmund 12 10 1 1 29:7 +22 31 CL
2 (3) Logo Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen 12 7 3 2 23:16 +7 24 CL
3 (2) Logo 1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05 12 8 0 4 19:12 +7 24 CLQ
4 (8) Logo SC Freiburg SC Freiburg 12 7 0 5 18:18 0 21 EL
5 (4) Logo Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt 12 6 2 4 20:11 +9 20 EL
6 (9) Logo Bayern München Bayern München (M, P) 12 5 4 3 18:13 +5 19  
7 (10) Logo Hannover 96 Hannover 96 12 6 1 5 14:20 -6 19  
8 (5) Logo 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim 12 5 3 4 22:16 +6 18  
9 (6) Logo Hamburger SV Hamburger SV 12 5 3 4 17:17 0 18  
10 (6) Logo 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg 12 5 3 4 17:18 -1 18  
11 (11) Logo Werder Bremen Werder Bremen 12 4 3 5 19:27 -8 15  
12 (12) Logo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 12 4 2 6 20:21 -1 14  
13 (13) Logo FC St. Pauli FC St. Pauli (N) 12 4 1 7 12:19 -7 13  
14 (14) Logo VfB Stuttgart VfB Stuttgart 12 3 2 7 25:22 +3 11  
15 (15) Logo 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern (N) 12 3 2 7 17:24 -7 11  
16 (16) Logo FC Schalke 04 FC Schalke 04 12 2 4 6 15:19 -4 10 Ab-Rel
17 (18) Logo Borussia Mönchengladbach Borussia Mönchengladbach 12 2 4 6 21:33 -12 10 Ab
18 (17) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln 12 2 2 8 13:26 -13 8 Ab

Vorschau 13. Spieltag

Termin Begegnung Ergebnis Informationen
Sa., 20.11., 15:30 h Eintracht Frankfurt gegen: 1899 Hoffenheim -:- History
Sa., 20.11., 15:30 h 1. FC Nürnberg gegen: 1. FC Kaiserslautern -:- History
Sa., 20.11., 15:30 h Hannover 96 gegen: Hamburger SV -:- History
Sa., 20.11., 15:30 h Borussia Mönchengladbach gegen: 1. FSV Mainz 05 -:- History
Sa., 20.11., 15:30 h FC Schalke 04 gegen: Werder Bremen -:- History
Sa., 20.11., 15:30 h SC Freiburg gegen: Borussia Dortmund -:- History
Sa., 20.11., 18:30 h Bayer 04 Leverkusen gegen: Bayern München -:- History
So., 21.11., 15:30 h VfB Stuttgart gegen: 1. FC Köln -:- History
So., 21.11., 17:30 h FC St. Pauli gegen: VfL Wolfsburg -:- History