07. Spieltag
25.09.2018
1. FC Köln  :  FC Ingolstadt  =  2  :  1

1. FC Köln gegen FC Ingolstadt: „Simon Terodde hätte uns schon in der ersten Hälfte helfen können“
von  Martin Sauerborn
 

Köln -
Armin Veh erfreute sich nach dem hart erkämpften 2:1-Erfolgs des 1. FC Köln über den FC Ingolstadt erst einmal der Vorzüge des Alters.
„Ich bin froh, dass ich schon graue Haare habe, denn sonst hätte ich sie heute sicher bekommen“, schmunzelte der Sportchef des Fußball-Zweitligisten.
Dann bekannte der 57-Jährige, dass ihm dieses Gefühl von nervlicher Anspannung nicht zum ersten Mal in der gerade einmal sieben Spieltage alten
Saison beschlichen habe: „Ich muss zugeben, dass ich noch bei keinem unserer Spiele ruhig auf der Tribüne gesessen habe.“ 
Dass Vehs Nervenkostüm auch am Dienstagabend vor 45.000 Zuschauern im Rheinenergiestadion leiden musste, lag vor allem an den ersten 30 Minuten –
und Simon Terodde. Der FC-Torjäger ließ zwei ganz klare (10./27.) und eine sehr gute Chance (20.) liegen und saß anschließend mit einem „schlechtem
Gewissen“ beim Pausentee. „Wenn wir da die Tore machen, ist das Spiel schon früh in unsere Richtung entschieden“, sagte FC-Trainer Markus Anfang.
Bei dieser Aussage hatte er auch die vielen guten Angriffe seines Teams und eine die große Möglichkeit von Lasse Sobiech (17.) in Erinnerung.
Hector in ungewohnter Halbposition
Mit dem Seitenwechsel verlor der FC dann aber die Balance in seinem Spiel und offenbarte in der Defensive altbekannte Probleme. Weil der neue Ingolstädter
Trainer Alexander Nouri in der Kabine offenbar einen ersten verbalen Impuls setzen konnte, und die Schanzer fortan mutiger agierten,
fielen die Kölner komplett aus ihrer Struktur.
Mit dem 0:1 von Sonny Kittel (53.) waren sie zunächst gut bedient. „Da müssen wir in der Zweikampfführung besser verteidigen“, kritisierte Armin Veh.
Torwart Timo Horn wurde noch deutlicher: „Wir haben wieder zu viel zugelassen, das müssen wir analysieren und genau hinschauen.
Es war wieder ein bisschen wild und wir setzen nicht mehr um, was der Trainer uns vorgibt.“ 
In dieser Phase konnte auch Jonas Hector das Spiel nicht mehr beruhigen. Coach Anfang hatte seinen Kapitän erstmals in dieser Saison auf der offensiveren
Halbposition eingesetzt.  „Das war ungewohnt für mich, weil ich die Position in dem System vorher noch nicht gespielt habe“, räumte der Nationalspieler ein.
Terodde hätte die 100 Tore voll machen können  
Was den FC  trotz aller Probleme in dieser Zweitligasaison aber auszeichnet, ist der Glaube an das Comeback. Mit dem Publikum im Rücken und dem nötigen
Glück im Bunde, drehten die Hausherren die Partie durch den nächsten Doppelpack von Simon Terodde  (70. /85.). Zunächst verwandelte der Torjäger einen
Foulelfmeter, dann streichelte er einen Eckball von Louis Schaub mit den Haaren ins lange Eck. 
Es waren seine Saisontore neun und zehn und seine Zweitligatreffer 98 und 99. „Ich habe die 100 im Kopf, aber für euch wäre es doch auch eine tolle Story,
wenn ich jetzt zehn Spiele lang auf dieses Tor warten müsste“, flachste Terodde nach dem Spiel mit den Journalisten. 
Er hätte auch zugeben können, dass er die 100 Tore schon am Dienstagabend hätte voll machen können: „Simon hat uns geholfen, das hätte er aber auch
schon in der ersten Hälfte tun können“, beurteilte Armin Veh seinen Stürmer mit gemischten Gefühlen. Auch Markus Anfang wollte nicht das ganz hohe Lied
des Lobes auf seinen Goalgetter anstimmen: „Simon ist Teil eines Teams, dass die Chancen für ihn herausspielt. Wir wissen um seine Qualität.“
Der Trainer und Veh fanden es ohnehin viel wichtiger, dass ihr Team nach einem Rückstand erneut Flagge zeigte. „ Es ist sehr wichtig, solche Spiele zu gewinnen.
Das ist nicht selbstverständlich“, erklärte Veh mit der Erfahrung eines 57-Jährigen die nachhaltige Wirkung eines jeden „Siegtores“.  Zumal die Geißböcke nach
dem zweiten Sieg in der Englischen Woche nun als Tabellenführer am Freitag zum Topspiel auf die Bielefelder Alm fahren dürfen.

 

Köln dreht Rückstand –Terodde trifft doppelt
Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, stand Simon Terodde wieder auf dem Platz. In Trainingsjacke und mit geballten Fäusten war der ausgewechselte
Torjäger zurück auf den Rasen gelaufen und feierte mit sich und den 45000 Zuschauern im Rheinenergiestadion den hart erkämpften 2:1 (0:0 seines 1. FC Köln
gegen den FC Ingolstadt. Und auf Terodde war mal wieder Verlass: Mit seinen Saisontoren neun und zehn war der 30-jährige bei seinem fünften Saisoneinsatz
einmal mehr die Lebensversicherung für den FC, der nach dem zweiten Sieg in seinem vierten Heimspiel weiter an der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga thront.
Um den Prozess der Balance zwischen stabiler Defensive und kreativer Offensive ein Stuck voranzutreiben, warf FC-Coach Markus Anfang Jonas Hector als
Anker in sein 4-1-4-1-System. Der Kapitän kehrte nach seiner Sperre wie erwartet in die Startelf zurück und nahm die rechte Halbposition im Mittelfeld ein.
Die Intention dieser Maßnahme war klar. Der Nationalspieler kann die Offensive beleben, denkt aber auch immer defensiv genug, um bei Ballverlusten abzusichern.
Weil Hector wieder da war und Dominick Drexler nach links rückte, musste Serhou Guirassy auf die Bank. Anfangs Plan ging zunächst auf.
Protestschweigen auf den Blöcken  
Die Geißböcke fanden in der Stille des 20-minütigen Protestschweigens der Fans gegen den DFB schnell ins Gleichgewicht. Nach hinten brannte gegen
harmlose Ingolstädter so gut wie nichts an. Von einem ersten Impuls, den der Trainerwechsel von Stefan Leitl auf Alexander Nouri hätte setzen können,
war in der ersten Hälfte ein Kopfball von Dario Lezcano (15.) und ein Freistoß von Sonny Kittel (43.) zu sehen. Der FC dagegen sammelte Torchancen
wie Panini-Bildchen. Pech nur, dass Simon Terodde erst einmal über Ladehemmung klagte.
„Ich habe mit einem schlechten Gewissen in der Pause gesessen. Wir haben gut gespielt und ich lasse die Mannschaft im Stich, weil ich zwei, drei dicke
Chancen liegen lassen“, ärgerte sich der Torjäger über seine Fehlversuche (10./20./27.). Weil auch Lasse Sobiech (17.) nach einer Ecke von Louis Schaub
nicht traf, ging es torlos in die Kabine. „Wir hatten 35 richtig gute Minuten und eine 2:0-Führung wäre mehr als gerecht gewesen“, haderte auch Markus Anfang
mit der Chancenverwertung.
99. Tor für Terodde 
Zumal Ingolstadt mutiger und aggressiver in die zweite Hälfte startete. Timo Horn musste gegen Kittel retten (48.), war fünf Minuten später aber geschlagen.
Diesmal erwischte ihn Kittel nach einem Ballverlust von Drexler und einem Stellungsfehler von Marcel Risse im kurzen Eck auf dem falschen Fuß. Die Kölner
schwammen nun, ihre Abstände stimmten nicht mehr und die Balance war dahin. „Da müssen wir mutiger verteidigen“, kritisierte Markus Anfang.
Das Glück aber stand den Kölnern an diesem Abend zur Seite. Erst traf Ingolstadts Kapitän Marvin Matip nur den Pfosten (59.), dann bekam Schaub eine Ecke,
die niemals eine war.
Diese führte nach Foul von Kittel an Risse, zu einem Elfmeter, den Terodde sicher zum 1:1 verwandelte (70.). „Ich muss die Jungs für ihre Reaktion loben.
Sie haben nie aufgeben und konsequent nach vorne gespielt“, freute sich Anfang. Eine Reaktion, die auch noch zum 2:1 führte. Wie schon in Sandhausen
fand Schaub mit einer Ecke Terodde, der aus fünf Metern zum Sieg einnickte (85.). Es war sein 99. Zweitligator und die 100 wird sicher nicht lange auf sich
warten lassen.

1: FC Köln: T. Horn; Risse, Sobiech, Czichos, J. Horn; Höger (84. Cordoba); Clemens (62. Guirassy), Hector, Schaub, Drexler; Terodde (86. Özcan). –
Ingolstadt: Knaller; Krauße (86. Osawe), Matip, Lucas Galvao; Gimber, Schröck; Pledl, Kittel (0. Röcher), Lezcano; Benschop (71. Kutschke). –
SR.: Aarnink (Nordhorn). -
Zuschauer: 45900. –
Tore: 0:1 Kittel (53.), 1:1 Terodde (70./Foulelfmeter), 2:1 Terodde (85.) –
Gelbe Karten: Hector; Lezcano, Gimber, Krauße, Otavio.

Einzelkritik
Timo Horn: Verlebte eine nahezu beschäftigungslose erste Halbzeit. Wurde erst in der 43. Minute erstmals gefordert, als er einen Kittel-Freistoß zur Ecke boxte.
                   Startete mit einer Glanztat gegen Kittel aus der Pause, wurde von Ingolstadts Stürmer beim 0:1 dann aber im kurzen Eck überrascht. Rettete den Sieg
                  am Ende mehrfach stark über die Zeit. – Note: 3
Marcel Risse: Präsentierte sich gegenüber seinem schwachen Auftritt in Sandhausen zumindest verbessert. Vor der Pause mit gelungenen Vorstößen. Zog später
                     zwar das Foul zum Strafstoß, entwickelte sich auf der Rechtsverteidigerposition aber zunehmend zu einem Unsicherheitsfaktor. – Note: 4+
Lasse Sobiech: Wurde nach einer halben Stunde von Lezcano mit dem Fuß unglücklich an der Augenbraue getroffen. Ließ sich auch von einem blutenden Cut nicht beirren.
                      Eine abgeklärte Leistung des Abwehrhünen. – Note: 3 
Rafael Czichos: Lange Zeit vor keine wirklichen Herausforderungen gestellt. Als Ingolstadt nach dem Seitenwechsel mutiger wurde, hatte der Abwehrchef jedoch Probleme,
                      die wackelnde Defensive zusammenzuhalten. – Note: 3-
Jannes Horn: Verlor bei der Entstehung des Gegentores das Laufduell auf der linken Abwehrseite gegen Flankengeber Pledl. Hatte auf der Gegenseite ein paar gelungene
                       Hereingaben zu bieten. – Note: 3-
Marco Höger: Ordnete das Kölner Spiel auf der Sechserposition wiederholt sehr umsichtig. In den Schlussminuten für Cordoba vom Feld genommen. – Note: 3+
Christian Clemens: Blieb auf der rechten Außenbahn insgesamt unter seinen Möglichkeiten. Selten so beherzt wie bei seinem Sprint, den Gimber nur mit einem Klammergriff
                        und Gelb stoppen konnte. – Note: 4
Jonas Hector: Der Nationalspieler wurde von Anfang überraschend im halbrechten Mittelfeld aufgeboten. Mit dem Ball am Fuß technisch gut. Ist aber kein Mann für Schüsse
                        aus der zweiten Reihe. – Note: 3
Louis Schaub: Hatte seine stärksten Momente diesmal bei ruhenden Bällen. So auch beim späten Siegtreffer, den er mit einem auf den ersten Pfosten geschnittenen Eckstoß
                      auf Teroddes Kopf vorbereitete. – Note: 2-
Dominick Drexler: An einigen Kölner Offensivmomenten beteiligt. Verlor jedoch vor dem 0:1 auf der linken Seite den Ball gegen Pledl. – Note: 3
Simon Terodde: Hätte die Partie früh im Alleingang in Kölner Richtung lenken müssen, schloss bei seinen Großchancen aber zu hektisch ab. Später dann im Stile eines echten
                        Torjägers: Vom Elfmeterpunkt souverän, beim 2:1 mit Köpfchen. – Note: 2
Serhou Guirassy: Kam nach rund einer Stunde für Clemens in die Begegnung. Blieb allerdings ebenfalls ohne größere Aktionen. – Note: 3-

(Quelle: Kölnische Rundschau vom 26.09.2018)

Ergebnisse:

Tag Datum Begegnung Ergebnis  
Dienstag 25.09.2018, 18:30 Uhr 1. FC Köln : FC Ingolstadt 04 2:1 (0:0) Statistik
VfL Bochum : Dynamo Dresden 0:1 (0:1) Statistik
1. FC Union Berlin : Holstein Kiel 2:0 (0:0) Statistik
SV Darmstadt 98 : Arminia Bielefeld 1:2 (0:0) Statistik
Mittwoch 26.09.2018, 18:30 Uhr SSV Jahn Regensburg : 1. FC Heidenheim 2:1 (2:1) Statistik
FC St. Pauli : SC Paderborn 07 2:1 (1:1) Statistik
Erzgebirge Aue : SV Sandhausen 0:2 (0:1) Statistik
1. FC Magdeburg : MSV Duisburg 3:3 (0:1) Statistik
Donnerstag 27.09.2018, 20:30 Uhr SpVgg Greuther Fürth : Hamburger SV 0:0 (0:0) Statistik


Spielstand 27.09.2018

R V   Verein Sp S U N Tore TD P Quali
1 (1) Logo 1. FC Köln 1. FC Köln (A) 7 5 1 1 18:11 +7 16 Auf
2 (5) Logo 1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin 7 3 4 0 11:5 +6 13 Auf
3 (2) Logo Hamburger SV Hamburger SV (A) 7 4 1 2 10:10 +0 13 Auf-Rel
4 (4) Logo SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth 7 3 3 1 11:7 +4 12  
5 (8) Logo Dynamo Dresden Dynamo Dresden 7 4 0 3 10:7 +3 12  
6 (10) Logo Arminia Bielefeld Arminia Bielefeld 7 3 3 1 11:10 +1 12  
7 (11) Logo FC St. Pauli FC St. Pauli 7 4 0 3 12:14 -2 12  
8 (3) Logo VfL Bochum VfL Bochum 7 3 2 2 13:7 +6 11  
9 (13) Logo SSV Jahn Regensburg SSV Jahn Regensburg 7 3 1 3 12:11 +1 10  
10 (6) Logo SV Darmstadt 98 SV Darmstadt 98 7 3 1 3 8:9 -1 10  
11 (7) Logo SC Paderborn 07 SC Paderborn 07 (N) 7 2 3 2 16:14 +2 9  
12 (9) Logo Holstein Kiel Holstein Kiel 7 2 3 2 9:10 -1 9  
13 (12) Logo 1. FC Heidenheim 1. FC Heidenheim 7 2 2 3 10:9 +1 8  
14 (14) Logo Erzgebirge Aue Erzgebirge Aue 7 2 1 4 8:11 -3 7  
15 (16) Logo 1. FC Magdeburg 1. FC Magdeburg (N) 7 0 5 2 10:12 -2 5  
16 (17) Logo SV Sandhausen SV Sandhausen 7 1 2 4 4:10 -6 5 Ab-Rel
17 (15) Logo FC Ingolstadt 04 FC Ingolstadt 04 7 1 2 4 7:15 -8 5 Ab
18 (18) Logo MSV Duisburg MSV Duisburg 7 0 2 5 6:14 -8 2 Ab


Vorschau 08. Spieltag

Tag Datum Begegnung Ergebnis
Freitag 28.09.2018, 18:30 Uhr Holstein Kiel : SV Darmstadt 98 -:-
Arminia Bielefeld : 1. FC Köln -:-
Samstag 29.09.2018, 13:00 Uhr MSV Duisburg : SSV Jahn Regensburg -:-
1. FC Heidenheim : VfL Bochum -:-
SC Paderborn 07 : Erzgebirge Aue -:-
Sonntag 30.09.2018, 13:30 Uhr Hamburger SV : FC St. Pauli -:-
SV Sandhausen : 1. FC Magdeburg -:-
Dynamo Dresden : SpVgg Greuther Fürth -:-
Montag 01.10.2018, 20:30 Uhr FC Ingolstadt 04 : 1. FC Union Berlin -:-